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Montag, 25. Juli 2016 - 10:14 Uhr

Seid kritisch mit Online-Ratschlägen!

Immer wieder zählen Neukunden stolz auf, durch welche Maßnahmen sie sich den Status als Rudelchef erarbeitet haben und beklagen sich aber trotzdem über Fehlverhalten ihrer Hunde, die eindeutig ein Beziehungsproblem erkennen lassen. 

Ganz oben in der Hitliste wird genannt, dass der Hund nicht aufs Sofa darf. "Das liest man ja überall, dass das ganz schlimm ist, wenn der Hund einfach so aufs Sofa kommt, das ist ja total respektlos!" 

Solchen verallgemeinerten Regeln bedeuten nicht automatisch, dass Ihr zum "Boss" werdet! Ihr müsst die Spielregeln immer an Euch und Euren Hund anpassen. Es nützt überhaupt nichts, wenn der Hund zwar verboten bekommt mit Euch zusammen auf der Couch zu liegen, aber er bei Euch Kuscheleinheiten nach Gutdünken einfordern kann, Euch als Portier für die Terassentür oder Bespaßer auf Abruf benutzen kann.

Denkt erst darüber nach und hinterfragt starre Regeln. Es kann in einer blutigen Auseinandersetzung enden einfach so Anleitungen aus dem Internet zu befolgen! 

Manche werden nun anfangen nachzudenken "was soll das eigentlich, dass der Hund nicht mit aufs Sofa darf?". Die Antwort ist einfach: 
- Der Mensch demonstriert mit dem Verbot, dass er eine überlegene Position inne hat. 
- Es ist auch vollkommen legitim das Kontaktliegen zu verweigern, denn manchmal will man auch einfach seine Ruhe haben.
- Ist das Sofa eine strategisch wichtige Position und der Hund sägt permanent an Eurem Thron, dann kann es helfen ein permanentes Sofaverbot zu verhängen, aber die restlichen Regeln müssen ebenfalls angepasst werden. 

Allein vom Sofaverbot werdet Ihr nicht zur Führungsperson!


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Montag, 18. Juli 2016 - 08:52 Uhr

Mit Welpen Gassi gehen

Denkt daran, dass Welpen und Junghunde nur 5 Minuten je Lebensmonat am Stück laufen dürfen.


Wir haben alle Pläne, Träume und ganz tolle Vorstellungen was wir alles mit dem Vierbeiner unternehmen können. Doch gerade im ersten Lebensjahr der Hund müssen wir uns sehr diszipliniert verhalten um langfristige Schäden zu vermeiden.


Dazu gehört beispielsweise, dass man den Hund nicht zu lange laufen lassen darf. Laufen und Gehen ist eine Bewegung, die die Gelenke einseitig belastet und abnutzt.

 

Daher sollte ein 8 Wochen alter Hund nur 10 Minuten am Stück gehen und benötigt dann 5 Minuten Pause um anschließend wieder 10 Minuten zu gehen.Für jeden Lebensmonat mehr, darf der Hund dann 5 Minuten länger am Stück neben Euch gehen.

Die Pausen kann man nutzen um Sitzen und Liegen bleiben zu üben. Bitte lasst unbedingt die Handys in der Tasche! Fragt keine Nachrichten über WhatsApp ab oder schaut was neues in anderen sozialen Medien veröffentlicht wurden. Ihr geht doch spazieren, um mit Eurem Hund gemeinsame Zeit zu verbringen. Ein Handy stört da total!


Wenn Ihr einen größeren Ausflug vor habt, könnt Ihr die Kleinen in einem Bollerwagen, Fahrradanhänger oder einer Tragetasche transportieren. Natürlich solltet Ihr den Aufenthalt in so einem Hilfsmittel vorher üben, denn einfach so werden die Welpen und Junghunde dort nicht drin bleiben wollen.


Hier eine kurze Aufstellung wie lange ein Welpe und Junghund bis zum ersten Geburtstag am Stück laufen darf:


ab 8 Wochen: 10 Minuten

ab 12 Wochen: 15 Minuten

ab 16 Wochen (4 Monate): 20 Minuten

ab 20 Wochen (5 Monate): 25 Minuten

ab 24 Wochen (6 Monate): 30 Minuten

ab 30 Wochen (7 Monate): 35 Minuten

ab 34 Wochen (8 Monate): 40 Minuten

ab 38 Wochen (9 Monate): 45 Minuten

ab 42 Wochen (10 Monate): 50 Minuten

ab 46 Wochen (11 Monate): 55 Minuten

ab 50 Wochen (12 Monate): 60 Minuten


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Montag, 11. Juli 2016 - 08:55 Uhr

Familie ist gleichbedeutend mit Rudel?

Leider stellen wir immer häufiger fest, dass die Anforderungen an Hunde nicht mehr natürlich ist.

So ist die Definition des Wortes Familie in unserer Menschenwelt anders als in der Welt von Hunden. Wir Menschen sehen uns zwar als "höhere Wesen" an, aber wir dürfen unsere Definition und Auslegung nicht auf andere Lebewesen anwenden und ihnen aufzwingen.

Besonders wenn eine Feier oder Übernachtungen anstehen, lassen sich viele Menschen von der irrigen Annahme verleiten, dass Hunde einfach so Familienmitglieder in ihrer Mitte aufnehmen.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die sehr weit entfernt wohnende Großcousine nachts so durch die Wohnung bewegen darf als würde sie schon immer dort wohnen. Vollkommen entsetzt rufen dann Kunden in der Hundeschule an und sind von ihrem Vierbeiner enttäuscht, dass er gegenüber Menschen so respektlos ist. NEIN!!!! IST ER NICHT!!!!!

Dann ist es auch vollkommen unerhört, dass diese Cousine dem Vierbeiner Kommandos gibt und der zeigt ihr einfach die kalte Schulter und führt die verlangte Handlung nicht aus .... jaaaaaa, guter Hund!

Für einen Hund besteht das Rudel aus den Lebewesen, die dauerhaft in einer Gemeinschaft eng zusammen leben. Verwandte, die nicht in dieser Wohneinheit leben, gehören also nicht zum Rudel.

Beispiel: Hund und seine Besitzer wohnen im Dachgeschoss und Eltern des Herrchens wohnen im Erdgeschoss. Es sind abgeschlossene Wohneinheiten. Für Menschen gehören alle zu einer Familie, aber für den Hund sind die Bewohner des Erdgeschosses keine Mitglieder des Rudels, allenfalls geduldete Gäste.

Könnt Ihr Euch jetzt vorstellen wie das für den Hund ist, wenn entfernte Verwandte zu Euch zu Besuch kommen?

Könnt Ihr nachvollziehen wie verwirrend es für den Hund ist wenn er Fremden gegenüber nicht loyal ist und Befehle verweigert, aber er trotzdem Ärger mit Euch bekommt?


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Montag, 4. Juli 2016 - 09:52 Uhr

Wenn man sich das Leben mit einem Welpen vorstellt - und wie es dann tatsächlich ist

Vorstellung und Realität sind unterschiedliche Welten

Viele denken, dass das Zusammenleben mit einem Welpen immer Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Doch ziemlich schnell bringen die Hundebabys uns an den Rand des Wahnsinns....

Die Hände sehen total geschunden aus weil die scharfen Milchzähne die Haut aufgerissen haben.

Nachts genüsslich durch schlafen? 😜 Reiner Luxus, denn beim geringsten Jammern sitzt man senkrecht im Bett und springt mit erstaunlichem Elan aus den Federn damit bloß kein "Unfall" auf dem Boden passiert.

Eine aufgeräumte Wohnung wie aus einschlägigen Magazinen wird von dem tierischen Begleiter übernommen und es liegen überall kleine Hinweise auf den vierbeinigen Mitbewohner.

Leider bleiben auch die Tapeten, Türzargen oder Möbel nicht ganz unberührt.

Der Sportwagen wird umgetauscht in eine hundetaugliche Familienkutsche.

Alle Schuhe stehen nicht mehr direkt hinter der Eingangstür oder in einem offenen Regal sondern im geschlossenem Schrank.

Diese Liste ist noch gar nicht abgeschlossen, aber eines wird klar ersichtlich: das Leben wird vollkommen durcheinander gewirbelt und man muss sich von dem Gedanken verabschieden, dass sich ja überhaupt nichts ändern wird.

 


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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

Tel.: 0176-47338772 ♦ Email: info (at) hundezentrum-nguyen.de