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Montag, 29. August 2016 - 11:07 Uhr

Kinder brauchen Anleitung!

Es ist Luxus, wenn Kinder mit einem vierbeinigen Beschützer an ihrer Seite aufwachsen können. 

Viele Eltern machen sich vor der Geburt ihrer Kinder viele Gedanken wie sie das Zusammenleben mit dem Hund am sichersten für Mensch und Tier gestalten können. 

Alles klappt super und die Anspannung des Anfangs fällt ab, es klappt alles wie am Schnürchen. Doch durch Nachlässigkeit passieren irgendwann doch Beißvorfälle. 

In vielen Haushalten geht man nach 2 bis 3 Jahren davon aus, dass sich der Hund und das Kind hervorragend arrangiert haben und sie ein tolles Team sind. Doch direkt vor den Augen der Eltern passieren Dinge, die nicht sein dürfen:

- Hunde sind keine Puppen! Kinder sollten also die Vierbeiner nicht verkleiden.

- Hunde sind keine Möbel! Es ist nicht in Ordnung, wenn sich Kinder auf Hunde drauf setzen! 

- Hunde sind keine Teddybären, denen man beide Arme um den Hals legen darf, fest an sich drückt und seinen Kopf darauf legt!

Kinder müssen angeleitet werden wie man sich in Anwesenheit von Hunden verhält. Sie brauchen Verhaltensregeln sonst hat der Hund keine andere Wahl als irgendwann zu schnappen.


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Montag, 22. August 2016 - 11:01 Uhr

So ein dominanter Hund

Neulich erschienen Kunden richtig geladen zum Termin und beschwerten sich, dass das Training ja so überhaupt keinen Sinn hat.

Bääääm, voll kalt erwischt.... und dann 30 Minuten geopfert um heraus zu finden was überhaupt passiert ist.

Die Familie hat einen nicht verträglichen Pinscher-Chihuahua-Mischling, der unterwegs sowohl Menschen als auch andere Hunde angeht... nicht nur laut bellend, die Hündin versucht auch über Schnappen und Knappen fremde Zwei- und Vierbeiner zu vertreiben.

Mit der bereits in der Familie lebenden Yorkie-Mix-Hündin gibt es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, aber trotzdem wollte die Familie kurzentschlossen noch einen weiteren Hund in ihrer Mitte aufnehmen, nur sollte es diesmal ein Exemplar nach den Wünschen des Mannes sein.... ein stattlicher großer Rüde.

Tja, was die Familie dann von den Socken gehauen hat: Das Pinscher-Chihuahua-Mädchen von 5 Jahren hat den großen Rüden mit voller Absicht attackiert, der Rüde hat sich dies nicht gefallen lassen und dementsprechend Antwort gegeben. "Ach wie peinlich, es mussten sogar eine Hundetrainerin und die Mitarbeiterin vom Tierheim dazwischen gehen." beschwert sich die Kundin.
Das arme Frauchen hat wohl dann auch noch eine Tirade mit zahlreichen Tiraden zu hören bekommen um anschließend mit einer gezielten Aktion dann auch noch total bloß gestellt zu werden.

Diesen Frust bringen Kunden mit ins Training und wir können überhaupt nicht am Training anknüpfen wo wir aufgehört haben. In diesem Fall hat die Hündin sogar wegen dem Schnellschuss wieder verschlechterte Verhaltensweisen gezeigt.

Kein Hundebesitzer möchte Kritik über seinen Hund hören. Wenn dann auch noch haltlose Vorwürfe in dieser Kritik mitgegeben werden, ist dem Kunden noch weniger geholfen.

Ihr wollt wissen was die anderen gesagt haben?

Die kleine gerade Mal 2 Kilogramm schwere Hündin ist viel zu dominant weil sie ihr Ringelschwänzchen auf den Rücken gekringelt trägt. Die Rute eines Hundes MUSS (mit ausdrücklicher Betonung auf dieses Verb) locker nach unten hängen. Wegen dieser Rutenhaltung hat die Zusammenführung mit dem Rüden nicht geklappt.

Es tut mir sehr leid, dass ich Euch dieser Illusion berauben muss. Ein Hund, der seine Rute oben trägt ist nicht automatisch "dominant"..... und schon gar nicht, wenn der Vierbeiner eine eng geringelte Rute hat.

- Betrachtet die gesamte Körperhaltung eines Hundes! 
- Analysiert Verhaltensweisen indem Ihr Euch an einfache "Wenn .... passiert, dann verhält sich mein Hund ....." Beobachtungen ohne gleich zu interpretieren!
- Es gibt Hunderassen, die tragen permanent ihre Rute senkrecht nach oben.... wenn sie dies nicht tun, sollten sie sofort zum Tierarzt gebracht werden.
. Es gibt Hunde, die sehr viel hartnäckiger im Verfolgen ihrer Ziele sind und ihre Rute nicht nach oben stehend tragen als ein Vierbeiner, der aufgrund seiner Ringelrute diese Extremität nicht im entspannten Normalverhalten fallen lassen kann.


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Montag, 15. August 2016 - 11:00 Uhr

Welpenspielstunden müssen mit Bedacht ausgewählt werden!

Ganz regelmäßig melden sich Besitzer von Kleinhunden bei uns und sind total verzweifelt weil sie eine kleine Bestie an der Leine haben.

Schon nach kurzer Zeit zeigt sich ein Muster, das wir schon seit vielen Jahren erkennen: Die kleinen Lieblinge kriegen das große Kotzen wenn sich ihnen große bzw größere Hunde nähern.

Leider trägt diese Muster die Handschrift von einer Welpenspielstunde und wir können über diese Vorgehensweise nur den Kopf schütteln.

Wir lassen mal alles Geplänkel weg: ein kleiner Hund (in der Größenkategorie Yorkie, Malteser, Bolonka Zwetna) bewegt sich in der Welpengruppe mit gleichaltrigen Labradoren, Goldies, Bordern, Jack Russel, usw. 
Leider fühlt sich der Kleinhund sehr schnell bedrängt wenn die größeren Hunde zwar mit freundlicher Absicht, aber doch recht rasant und distanzlos sehr nah kommen um per Beschnüffeln den "Neuen" kennenzulernen. Man darf nicht gleich überreagieren wenn ein Welpe sich nicht gleich bei der ersten Teilnahme in die Gruppe integrieren kann, jedoch darf dieser kleine Liebling nicht mehrerer Schutzmechanismen beraubt werden!

Leider wurde unser kleines Knäuel bei jeder Teilnahme an der Spielstunde immer unsicherer und hat begonnen die anderen anzubrummen und die Zähne zu zeigen. Als Reaktion auf dieses Verhalten wurde der Kleinhund mit der Wasserpistole oder einem Spritzer aus der Wasserflasche zurecht gewiesen. Die Begründung der leitenden Trainerin: Der Kleine muss lernen Kontakt mit anderen erdulden zu können.

AAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!! Ein gleichaltriger Hund einer mittleren bis großen Rasse darf sich nicht auf große-Hund-Buddy-wir-messen-uns-Manier einem Vierbeiner aus irgendeiner kleinen Hunderasse nähern!!!!!! Wenn wir uns mal als Beispiel die Retriever nehmen.... die sind distanzlos und machen gerne mal einen Bodycheck. Andere platschen mit ihren riesigen Pranken voran ins Gesicht und dann darf der bedrängte Welpe noch nicht mal sagen "Ich fühle mich nicht wohl!"

Noch dazu ist diese unangenehme Annäherung des anderen Welpen noch zusätzlich belastet weil nach dem Aufzeigen einer Grenze ganz plötzlich eine Zurechtweisung mit kaltem Wasser kommt.... ist klar, diese Begegnung MUSS der Hund jetzt als positiv abspeichern. *Sarkasmus off*

Leider bedenkt bei dieser Vorgehensweise niemand die langfristigen Schäden. Der Kleinhund empfindet nicht nur die Annäherung des größeren Hundes als frustrierend, aus der Hilfslosigkeit heraus und um weiteren nass-kalten Zurechtweisungen aus dem Weg zu gehen, wird in Zukunft nicht mehr geknurrt oder die Zähne gezeigt. Anstatt das Verhalten zu verbessern, wird es schlimmer! 
DER HUND WIRD ALLE WARNZEICHEN SPAREN UND SOFORT IN DIE ATTACKE ÜBERGEHEN!

Knurren, Zähne blecken, Kiefer auf einander klacken lassen, sich aufbauen sind vollkommen normale Kommunikationsmittel. Anstatt den "lauten Welpen" einfach kategorisch zurecht zu stutzen, muss erst die Situation erfasst werden und der Verursacher gemaßregelt werden!

 


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Montag, 8. August 2016 - 10:57 Uhr

Wie man vom Hundetrainer vorgeführt wird....

"Meine Kratzbürste wurde von dem Hundetrainer zwischen x anderen Hunden durch geführt und die hat keinen Mucks gemacht!"

Diesen Satz hören seriöse Hundetrainer in regelmäßigen Abständen mit einem merklich vorwurfsvollen Ton. Ganz ehrlich gesagt antworte ich darauf mit dem Satz "Das ist toll, dann können wir unser Training beenden und Sie machen dort weiter." 
Nicht aus Trotz, sondern weil es keine große Kunst ist einen unverträglichen Hund in eine bestehende Gruppe zu führen und dann mittels "Vorführeffekt" eine sofortige 100%ige Wesensveränderung des Hundes zu demonstrieren. 

Jetzt mal ganz objektiv betrachtet..... Man muss seinen Hund schon für wirklich dumm wie Brot halten wenn man glaubt, dass der Vierbeiner sich im Angesicht einer geschlossenen Gruppe Artgenossen wie eine Furie aufführt.

Einige werden nun erstaunt gucken, denn es war vorher nicht klar, dass das kleine Monsterchen sehr wohl innerhalb von einem Sekundenbruchteil abcheckt, dass die anderen 4,5,10 oder 14 Hunde sich bereits kennen. Nur Hunde mit Hang zum Suizid rasten in so einer Gruppe aus und attackiert einen Vierbeiner der Gegenseite. 

Doch warum hält der Pöbler in dieser Situation seine Klappe, aber in Einzelbegegnungen ist er kaum zu halten?
Ganz einfach.... versucht man ein einzelnes Mitglied einer Gruppe zu attackieren, hat man die gesamte Gruppe gegen sich und wird von allen angegriffen.

Auch wenn die Hunde der Erziehungsgruppe nicht in einem Haushalt leben und sich daher kein Rudel bildet, so können diese Hunde in eine Art Freundesverbund gehen und sie würden eine Bedrohung von außen gemeinsam bekämpfen. Schließlich steigt ihre Überlebenschance je mehr Teilnehmer in der Gruppe sind.

In der Menschenwelt müsst Ihr Euch das ungefähr so vorstellen, dass Ihr im Urlaub einen Ausflug zu einer besonderen Sehenswürdigkeit bucht und gemeinsam mit mehreren anderen Teilnehmern an dieser Reisegruppe unterwegs seid. Plötzlich taucht da ein Fremder auf, der mit einer Mistgabel in der Hand und laut fluchend auf einen von Euch los geht. Als Gruppe habt Ihr mehr Macht und könnt mit sofortiger Gegenwehr den Angreifer in die Flucht schlagen.
Steht dem Angreifer nur das Opfer gegenüber, lässt er sich weniger stark beeindrucken als wenn ihm mehrere Leute gegenüber stehen. Wenn Ihr angreifen würdet, dann doch auch eher eine Person als eine ganze Gruppe.


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Montag, 1. August 2016 - 10:56 Uhr

Angebundene Hunde sollten nicht angefasst werden!

Als wir vor einer Eisdiele in der langen Schlange standen, wurden wir unfreiwillig Zeugen einer Unterhaltung, die dem Fass den Boden ausschlug.

Direkt hinter uns standen 2 Damen mit ihren schätzungsweise 8-jährigen Kindern. Um sich für die Bestellung bereit zu machen, wollten der Junge und das Mädchen kurz nach vorne gehen um sich die angebotenen Eissorten anzusehen. 

Der Weg führte allerdings an einem kleinen angebundenen Mischling vorbei und die Kinder trauten sich nicht so eng an dem Hund vorbei zu gehen.... mit gutem Grund, der Vierbeiner war über die Annäherung nicht begeistert und hat mittels durchdringendem, direktem Blickkontakt die Kinder auf Abstand gehalten.

Plötzlich ertönt von einer der beiden Mütter die Anweisung "Geht ruhig zu dem Hund hin und streichelt ihn. Den könnt Ihr anfassen. Der ist doch angeleint, also ist der lieb." 

Am liebsten hätte ich geschrien "NEIN!!!!! WEG DA!!!", aber die Intuition der Kinder siegte über diese falsche Anweisung und sie kehrten zu ihren Müttern zurück. 

Nochmal ausdrücklich für alle: 

- Nur weil ein Hund irgendwo in der Nähe eines Geschäftes angeleint ist, darf er nicht einfach von jedem angefasst werden.

- Der Hund ist in einer Stresssituation weil er auf seinen Besitzer warten muss. Da reagiert er schneller gereizt als wenn Herrchen oder Frauchen direkt daneben stehen.

- Grundsätzlich muss der Besitzer des Hundes gefragt werden, ob man den Vierbeiner anfassen darf! Ist der Hundebesitzer nicht in der Nähe, dann MUSS man zu dem Hund so großen Abstand halten, dass er uns nicht verletzen kann!


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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

Tel.: 0176-47338772 ♦ Email: info (at) hundezentrum-nguyen.de