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Montag, 27. Februar 2017 - 15:47 Uhr

Alltagsprobleme mit Pöblern

Als Hundebesitzer kann man während dem Training seine Fragen beantwortet bekommen.... so auch dieses Problem:

"Mein Hund hat mit einem anderen Vierbeiner auf einer Wiese gespielt als sein Lieblingsfeind um die Ecke bog.

Der Mistköter ist wie von der Tarantel gestochen los gerannt.
Zwar konnte ich mit sehr vehementem Befehl diesen Angriff stoppen, aber als ich meinem Hund hinterher gegangen bin und nach ihm greifen wollte, hat er erneut die Attacke gestartet.
Mir haben nur 2 cm gefehlt um ihn anzuleinen. Warum hat er das getan?????"

 

Nun, die Erklärung ist sehr einfach...

Es war Frust gepaart mit der Erfahrung, dass Herrchen den Hund immer dann ruft und an die kurze Leine nimmt wenn sich ein fremder Hund nähert.

 

Erst hatte der "Problemhund" Spaß, durfte mit einem anderen Spielpartner herum toben und die Freiheit ohne Leine genießen.

Plötzlich erblickt der Besitzer den Erzfeind und unterbricht sofort den Kontakt zum Spielpartner. In genau dieser Sekunde denkt der genervte Hund "Wer kommt denn da, dass er mich zu sich ruft?" und schaut sich um.

 

Jetzt erkennt der Hund seinen Erzfeind und hat einen neuen Gedanken: "Wegen DIR darf ich nicht weiter mit dem Mädchen spielen. DIR geb ich eins auf den Deckel damit Du weißt wo der Hammer hängt und es Dir merkst." Innerhalb von wenigen Wimpernschlägen will der Vierbeiner seinen Frust und Ärger auf dem Erzfeind abreagieren. Frei nach dem Motto "Du bist schuld, dass ich nicht weiterspielen darf, also vermöbel ich Dich kräftig."

 

Wenn der Abstand zwischen den rivalisierenden Hunden groß genug ist, lässt sich der Angreifer meist noch stoppen, aber eine hohe Anzahl dieser Hunde geht in den erneuten Angriff weil sie weiterhin den Erzfeind ansehen können. Der frustauslösende Gedanke "Du bist schuld, dass mein Spiel unterbrochen wurde." besteht während dem Blickkontakt weiterhin und kann sogar stärker werden wenn der Erzfeind näher kommt oder in dieser Zwischenzeit der Besitzer näher kommt.

 

Hunde sind fähig multitasking auszuführen. Sie können einschätzen wie nah der Besitzer ist während ihnen durch den Kopf schießt "Der hat es verdient der blöde Hund." und plötzlich knallen die Sicherungen durch "Sch** auf den Ärger von Herrchen oder Frauchen, DEM zeig ich wer hier der Platzhirsch ist." DAS ist der Grund warum der "Bleibstehen-Befehl" durchbrochen wird... Frustabbau tut gut, einem anderen Beine machen baut das Selbstbewusstsein auf, der Ärger vom Menschen ist dagegen Pillepalle.

 

Lösung für solche Situationen? Wenn Ihr den Hund gestoppt habt, holt Ihr ihn einfach zu Euch zurück. Dadurch wird der Blickkontakt unterbrochen und Ihr vergrößert die Distanz zwischen beiden Hunden.

 

Zusätzlich solltet Ihr an Frustbewältigung, Frustmanagement, Impulskontrolle und der reibungslosen Bewältigung von Hundebegegnungen mit problematischen anderen Hunden arbeiten.


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Dienstag, 21. Februar 2017 - 14:38 Uhr

Alles angeboren? Auch welchen Rang im Rudel der Hund hat?

In regelmäßigen Abständen werden Videos oder Texte geteilt, die sich mit der sogenannten Rudelstellung beschäftigen und unsere Kunden deutlich wahrnehmbar verwirrt.

Die These lautet, dass jeder Hund auf die Welt kommt und eine bestimmte Stellung im Rudel hat... egal, in welches Rudel er kommt, dieser Vierbeiner hat immer die gleiche Stellung.

Wir sind Gegner dieser Theorie. Wir haben selbst Rudel - zwar kleine, aber dennoch Rudel. Wenn wir jedem Hund irrwitzige Positionsbezeichnungen zuordnen und dann einfach Hunde hin und her tauschen würden, hätten wir innerhalb von einem Wimpernschlag ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen den Tieren, die blutig bis tödlich ausgehen.

Jedes Rudel hat eine eigene Dynamik und es hängt am Besitzer, ob die Tiere sich verstehen oder Unfrieden herrscht. Wirft man in diese Gruppe einfach einen neuen Hund hinein, wird es sehr gefährlich.
Wer mit seinem Rudel spazieren geht hat täglich mit der Gefahr zu kämpfen, dass ungebetene fremde Hunde ohne Rücksicht nieder gemacht werden wenn sie einfach in die Gruppe hinein poltern. Da hilft dann auch kein "Meiner will nur spielen".... Wenn mal der Feueralarm am schrillen ist, dann kann man ihn nicht so einfach wieder abschalten.

Was uns Hundetrainerin in den Videos ganz, ganz sauer aufstößt ist, dass die Hundebesitzer dermaßen passiv agieren und Fehlverhalten von einzelnen Hunden billigen bis es zu Auseinandersetzungen kommt. Diese Auseinandersetzungen sind nicht nur haarsträubend, sie treiben selbst sehr erfahrenen und mit aggressiven Hunden geübten Hundetrainern sofort Tränen in die Augen und man möchte nur noch brechen.

Mit haarsträubenden Erklärungen werden Beißereien unterstützt, ignoriert und dann auch noch Hunde wie Ware einfach von Rudel A in B, C oder D geschoben.

DIE ARMEN HUNDE!!!!

Was genetisch verankert ist, sind Fähigkeiten, Vorlieben, Neigung zu Krankheiten, aber keine Stellung im Rudel!
Um das nochmal auf menschliche Weise zu verdeutlichen: Das ist genauso an den Haaren herbei gezogen als wenn wir sagen würden, dass ein Kind dazu geboren wird im Auto immer in der Mitte auf der Rückbank zu sitzen und sich diese Position nie, nie, nie verändert. Selbst wenn dieses Kind 18 Jahre alt wird, es wird auch als Erwachsener immer in dieser Position im Auto sitzen wollen weil dieser Mensch sich dort am wohlsten fühlt.

Lasst Euch also bitte nicht so einen Bären aufbinden, dass Euer Liebling irgendein "Bindehund" ist, der in einem anderen Rudel "integriert" werden muss.


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Freitag, 10. Februar 2017 - 14:35 Uhr

Hund sind dumm, faul und futtergesteuert

Es ist erstaunlich was Kunden alles erzählen, wenn man sie einfach nur lässt. So wurde eine Kollegin zitiert "Hunde kann man ganz einfach ruhig stellen in Hundebegegnungen indem man ihnen ein Leckerchen vor die Nase hält weil die sind dumm, faul und fressgesteuert."

Aha.


Was ist mit berechnend?
Was ist mit den eigenen Vorteil im Sinn?
Was ist mit Verhaltensformung?
Was ist mit Verhaltensänderung und -anpassung an Umweltbedingungen?

 

Nein. Das sind Fressmaschinen, mehr nicht.

 

Aha.

 

Dann macht ihnen also Mobbing auch keinen Spaß.

 

Nein. Die haben keinen Spaß, die wollen ja nur fressen.

 

Aha.

 

Dann gehören die meisten Kundentiere nicht zur Gattung Hund sondern zu was anderem, denn die tun Dinge auch einfach aus dem Grund weil es ihnen Spaß macht.

 

Die Katze ärgern.... macht Spaß.

 

Den anderen Hund an der Nase rum führen um ihm das Spielzeug abzuluchsen.... macht Spaß.

 

Dem Kind den Radiergummi vom Schreibtisch klauen damit das Kind zornig kreischend hinterher läuft... macht Spaß.

 

Dem Frauchen die Nase in die Poritze schieben damit sie einen Sprung nach vorne macht und sich dann schimpfend umdreht... macht Spaß und wird auch noch mit Aufmerksamkeit belohnt.

 

Warum gehen Hunde gerne mit uns zusammen spazieren? Weil wir jeden Zentimeter des Weges mit Leberwurst eingeschmiert haben?

Hunde sind nicht alle dumm.

 

Zookie hat 7 Jahre lang getan als wäre sie dumm... seit Emma bei uns ist verrät sie wie schlau sie tatsächlich ist und sich all die Jahre bloß aus dem Leistungsdruck raus gehalten hat.

 

Hunde machen Sachen auch einfach weil sie ihnen Spaß machen, auch wenn sie kein Leckerli dafür bekommen.


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Donnerstag, 2. Februar 2017 - 17:13 Uhr

Warum pöbelt mein Hund immer den gleichen Nachbarshund an?

 

 

Bei den Hundebegegnungskursen gehen wir während den Übungen auf sehr spezielle Fragen ein, die uns Kunden stellen.

Eine davon ist: "Warum pöbelt mein Hund immer den gleichen Nachbarshund an?"


Auf der Suche nach der Ursache fragen wir meistens weiter....
- Ist es das gleiche Geschlecht?
- Sehen sie sich oft?
- Gehen beide Hunde immer im gleichen Gebiet spazieren?
- Wer war zuerst im Wohngebiet?
- Bedrohen sie sich bereits still auf weite Entfernung?
- Reizen sich die Hunde gegenseitig ohne dass der andere anwesend war?

 

Bei der letzten Frage wissen die meisten Kunden nichts damit anzufangen. Die Antwort kann man aber auch nur dann finden, wenn man seine Hunde und die Umgebung ganz genau beobachtet.

 

Das, was Ihr auf dem Bild seht, ist eine Hinterradfelge von unserem Auto... ausgerechnet auf der Seite auf der die Hunde in ihre Boxen auf der Rückbank einsteigen. Ergebnis: Beide Hündinnen haben sich geweigert ins Auto einzusteigen und mussten hinein gehoben werden.

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In den Wochen davor haben wir bei Zookie vermehrt festgestellt, dass sie am Eingangspfosten stehen bleibt, den Fußbefehl verweigert und ausgiebig den Pfeiler beschnüffelt.... Da war klar: Ein anderer Hund hat hier markiert.

 

Ein paar Tage nachdem das Autorad markiert wurde ging ein wuscheliger Hund vorbei während wir mit den Mädels im Hof waren. Was soll ich sagen... Beide Hündinnen haben auf diesen Hund äußerst aggressiv reagiert und bei Zookie will das was heißen!
Zookie zieht es eher vor keinen Kontakt zu fremden Hunden zu haben und ignoriert sie einfach. Aber diesem Hund hat sie die gefletschten Zähne gezeigt als sei sie Hannibal Lector.

 

Der Besitzer des fremden Hundes konnte diesen Aufruhr überhaupt nicht verstehen, denn sein RÜDE sie doch so lieb und will doch bloß spielen! Dieser Hundebesitzer hat eine laienhafte Analyse angestellt:

 

- Das hinter dem Zaun müssen auch Rüden sein...... Nein, das sind Hündinnen.
- Ach, dann sind die falsch sozialisiert, die keinen keine wuscheligen Hunde wie seinen Rüden..... Nein, das hat einen anderen Grund.

 

UND PROMPT HEBT DER RÜDE DAS BEIN UND MARKIERT DEN PFOSTEN.

 

Nein, der macht überhaupt nix und der hat gaaaaaaaaaaaaanz dringend Pipi gemusst *Sarkasmus off*

 

Unterdessen waren die Mädels so wütend über das Verhalten von dem Rüden, dass sie sich gegenseitig fast zerfleischt hätten und wir den Mann sofort sehr unfreundlich zum Weitergehen drängen mussten.

 

Hunde kommunizieren über Urin und Kot. Wenn ein Hund ständig an der gleichen Stelle seine Geschäfte erledigen muss... direkt vor dem Nachbarstor.... dann ist dies eine Provokation gegenüber dem in diesem Haus lebenden Hund. Dieser nimmt das geruchlich wahr, ist frustriert weil ein anderer Hund ihm den Stinkfinger gezeigt hat und wenn die Tiere sich irgendwann gegenüber stehen, entlädt sich der aufgestaute Frust.

 

Die Lösung? Den Urin und Kot des anderen Hundes entfernen und notfalls dieses Areal mit Fernhaltespray behandeln.

 

Ja, für diesen Rat werden wir nun herbe Kritik einstecken müssen, aber die Realität zeigt leider, dass es genug Hundebesitzer gibt, die sich die Freiheit nehmen ihren Hund überall hin markieren zu lassen.

 

Und das sind nicht nur Rüdenbesitzer, auch bei Hündinnen wird zugelassen, dass sie markieren.

 

Solange Hunde keine Blasenentzündung haben, müssen sich nicht alle paar Meter ihre Blase leeren! Das Markieren sorgt im gesamten Wohngebiet bei Hunden zu schlechter Stimmung und muss daher unterbunden werden.

 

Hunde markieren auch mit ihrem Kot und setzen ein sehr eindeutiges Statement mit dem Absetzen eines Haufens. Im Wohngebiet MUSS auf jeden Fall der Haufen entfernt werden, denn es drohen sehr ernstgemeinte Auseinandersetzungen.


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Mittwoch, 1. Februar 2017 - 10:43 Uhr

Stubenreinheit bei Welpen und Junghunden

Warum darf die Inkontinenzunterlage nicht in die Wohnung oder auf den Balkon gelegt werden?

Manche Züchter beginnen schon sehr früh mit der Erziehung der Stubenreinheit und setzen hierfür Inkontinenzunterlagen ein. Damit die Welpenbesitzer es mit der Fortführung dieser Maßnahmen leichter haben, wird meist eine Unterlage mitgegeben, die von den frischen Hundeeltern dann in die Wohnung gelegt wird.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Manche Hundebesitzer legen sich die Saugunterlage auf den Balkon oder ins Wohnzimmer.... und dies wurde ihnen sogar von den Züchtern empfohlen. Allerdings hat diese Vorgehensweise später einen gewaltigen Haken.

Ein paar Wochen später ärgern sich diese Welpenbesitzer weil sie noch immer diese Inkontinenzunterlagen einsetzen müssen und der Hund zudem drinnen seine Geschäfte erledigt.

Es gibt keinen einfachen Weg um den Hund stubenrein zu bekommen! Egal in welchem Stockwerk Ihr lebt.... Ihr müsst raus gehen.

Die Inkontinenzunterlage ist nur kurzfristig eine Hilfe. Der Hund merkt sich, dass er auf einen hellen Gegenstand gehen soll. Auch das Gefühl, das er während dem Urinieren spürt wird abgespeichert. Zudem denkt der Hund, dass es vollkommen in Ordnung ist innerhalb des Hauses (wozu auch der Balkon gehört) seine Geschäfte zu erledigen. Ihr habt also genau das Gegenteil bewirkt.

Ihr macht folgendes:
- Entweder Ihr lasst sofort die Inkontinenzunterlage weg oder legt sie direkt in das Areal wo der Welpe zukünftig immer seine Geschäfte erledigen kann.
- Spätestens nach 2 Tagen verkleinert Ihr die Inkontinenzunterlage um möglichst schnell das Hilfsmittel abzubauen
- Für jedes Pipi, das draußen stattfindet, lobt Ihr den Hund!
- Für jedes Pipi, das nicht auf der Inkontinenzunterlage stattfindet, lobt Ihr den Hund und gebt auch ein kleines Leckerchen.

Lasst Euch vor allem nicht davon aus der Ruhe bringen, dass andere Hundebesitzer sich damit brüsten, dass ihre Hunde bereits nach 3 Tagen stubenrein waren.


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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

Tel.: 0176-47338772 ♦ Email: info (at) hundezentrum-nguyen.de