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Donnerstag, 22. Juni 2017 - 14:43 Uhr

Der Brennglas-Effekt beim nassen Hund

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Beim Spaziergang entlang des Rheins haben wir eine andere Hundebesitzerin getroffen, der die Tränen in die Augen geschossen sind als sie gesehen hat, dass Emma und Zookie im Wasser Spaß hatten und vollkommen durchnässt sind.

 

Normalerweise bin ich ja nicht der Typ, der fremde Leute einfach so von der Seite anquatscht, aber sie hatte so ein trauriges Gesicht, dass ich doch mal nachgefragt habe, ob alles in Ordnung ist.

 

Völlig unerwartet wurde uns eine Leidensgeschichte erzählt bei der mir die Gesichtszüge eingefroren sind. Sie war mit ihrem Aussie-Rüden und Freund an einem nahegelegenen See und hat mit ihrem Hund das kühle Nass genossen. Als sie raus kamen, hat ein fremder Mann ihr sehr harsch gesagt, dass sie ein miserabeles Frauchen ist und dass sie sich überhaupt traut sowas zu machen.

Total perplex hat die junge Frau gefragt, was sie denn überhaupt falsch gemacht hat. Das hat der eta 55 bis 60-jährige Herr als seine Chance gesehen unsere Gesprächspartnerin noch lauter herunter zu machen. "Ihnen gehört der Hund sofort abgenommen! Die hat noch nie etwas davon gehört, dass der Hund schwer krank wird weil er nass ist!" Der herankommende Freund der jungen Damen mischte sich mit ins Gespräch ein und der Fremde "klärte" das Paar auf, dass beim nassen Hund doch das Wasser auf dem Fell stehen bleibt und beim Auftreffen der Sonnenstrahlen der arme Hund dann wie von einer Lupe verbrannt wird weil die Wassertropfen die Strahlen bündeln wie beim Brennglas-Effekt und er dann an den Verbrennungen stirbt.

 

In dieser Sekunde schossen mir zig Gedanken durch den Kopf: soll ich lachen, soll ich anfangen zu schimpfen... was soll ich machen?

 

"Mein ... mir ist der Hundename entfallen.... hat es so Spaß gemacht ins Wasser zu rennen, eine Runde zu drehen und sich dann draußen wie wild auf dem Boden gewälzt. Das fehlt ihm so und ich kann bei dieser Hitze den armen Hund nicht mitnehmen wenn ich mich an den See lege. Der fühlt sich bestraft, dass er den See sehen kann aber nicht rein darf wie früher." 

 

Trösend konnte ich aufklären, dass dieser Herr Unfug erzählt hat.

Es gibt einen Brennglas-Effekt, aber das ist bei Glasscherben, die auf dem Boden liegen oder ähnlichen Gegenständen durch die Strahlen gebündelt werden. Bei Wasser ist dies allerdings nicht der Fall. 

Macht doch selbst mal einen Versuch: 

Füllt Leitungswasser in einen Pappbecher und stellt ihn in die pralle Sonne. Nach These des Herren müsste der Becher in Flammen aufgehen weil das Wasser die Sonnenstrahlen bündelt. Ich bin mal gespannt wie lange Euer Pappbecher "überlebt" bevor er lodernd abbrennt. :) 

 

Wenn Ihr einen Gegenbeweis haben möchtet: Das Wasser zieht ins Haar ein und bleibt nicht auf der Oberfläche stehen. Erwärmt sich das Wasser, wechselt es seinen Aggregatzustand... es wird gasförmig und verdunstet. 

Bei dieser Verdunstung trocknet das Fell und kühlt gleichzeitig den Hund.

 

Lasst Euch von Fremden nicht solche Märchen erzählen!  

 

 


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Mittwoch, 21. Juni 2017 - 12:50 Uhr

Was fällt Dir bei dem Wort Platz ein?

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Da Du höchst wahrscheinlich einen Hund hast, schießt Dir die Bedeutung "Hinlegen" durch den Kopf.

Doch im Alltag benutzen wir dieses Wort mehrfach und oft sagen wir "Platz" ohne über den Sinn aus Sicht des Hundes zu achten. Dadurch zerschießen wir uns selbst den Befehl und wundern uns warum der Hund sich nicht mehr zielsicher hinlegt und liegen bleibt.

 

Beispiel 1: Geh auf Deinen Platz und mach da Platz
Ist Dir aufgefallen was schief gelaufen ist? Noch nicht?
Lass uns diesen Satz zerlegen.... Da steht: Geh auf Deinen Platz, was für uns Menschen bedeutet "Geh in Dein Körbchen oder auf Deine Decke". Der Hund hört allerdings "Geh auf Deinen HINLEGEN". Ein gut ausgebildeter Hund legt sich sofort hin weil er in dem Wort Platz nur eine einzige Bedeutung erkennt.
Was wir Menschen aber meinten war, dass der Hund von uns weg gehen soll um sich dort hinten hinzulegen..... Denn wir haben ja gesagt "Und mach da Platz".
In den Hundeohren hört sich unser Gequassel also folgendermaßen an: "Geh auf Deinen HINLEGEN und mach da HINLEGEN"

 

Beispiel 2: Mach Platz, ach Sitz ist auch in Ordnung
Da bringen wir dem Welpen bei, dass "Platz" Liegen bedeutet und irgendwann ist es uns vollkommen egal welche Handlung der Hund zeigt. Wo kommt das denn her?
Hundetrainer sind sprachlos und geschockt zugleich wenn wir Kunden nach vielen Jahren wieder treffen und dann so ein Verhalten an den Tag gelegt wird. Leider wird oft beklagt, dass der Hund ja nicht so gut hört weil man nicht so viel Zeit hat um ständig ins Training zu kommen, aber das wahre Problem ist die Gleichgültigkeit des Menschen!

Denn als Gleichgültigkeit kommt es auch beim Hund an und er beginnt selbst zu entscheiden was angemessenes Verhalten ist. "Meinem Besitzer ist es ja egal, ob ich mich setze oder lege, also mache ich nur das, was ich für richtig erachte".

 

Beispiel 3: Komm, wir machen mal Platz damit die anderen da durch können.
Gemeint ist eigentlich "Wir gehen zur Seite um eine größere Distanz zwischen uns zu schaffen."
Natürlich ist der Hund erleichtert, dass mehr Freiraum als die untere Grenze seiner Individualdistanz gewahrt wird. Aber muss man den Vierbeiner dann noch verwirren indem wir eine Bewegung ansagen, die mit der ursprünglichen Bedeutung unvereinbar ist? Denn der Hund hört "Komm, wir gehen zur HINLEGEN um blablabla."
Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Eure Hunde beim Befehl Platz nicht mehr liegen bleiben während Ihr Euch vom Vierbeiner entfernen wollt. Gerade eben habt Ihr ja praktisch gezeigt, dass Ihr Euch zusammen mit dem Tier bewegt während Ihr das Wort "Platz" gesagt habt.

 

Disziplin fängt damit an, dass Ihr die Worte sorgfältig und bewusst benutzt! Nur dann kommt Ihr vorwärts.


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Montag, 19. Juni 2017 - 12:44 Uhr

Wie möchtest Du von Deinem Hund behandelt werden?

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Es ist unheimlich und erstaunlich zugleich wie leidensfähig wir Menschen sind.

 

Im Laufe der Jahre haben wir Hundetrainer eines festgestellt: Aus Liebe zum eigenen Hund ertragen Menschen sehr viel Leid, Mobbing und Frustration.

 

Allerdings werden diese negativen Gefühle nicht durch Menschen ausgelöst sondern von den eigenen Hunden.

 

Nehmen wir das Beispiel Leinenführigkeit. Dass Hunde ziehen wird damit begründet, dass der Welpe ja schon beim Anziehen der Leine ganz dringend seine Geschäfte erledigen musste und so schnell wie möglich ins Feld gehen wollte.
Oder man trifft auf einen Spielkameraden und da freut sich der Vierbeiner immer so, da kann er sich ja nicht konzentrieren, geschweige denn ordentlich an lockerer Leine gehen.


Die Liste der Begründungen warum der Hund an der Leine zieht ist unerschöpflich. Doch egal, wie lang diese Liste ist.... eine Hauptrolle wird überhaupt nicht betrachtet: DU.
Du als Hundebesitzer stellst immer Deinen Hund so sehr in den Fokus des Interesses, dass überhaupt nicht beachtet wird WIE Du Dir das Leben mit Hund für die Zukunft vorstellst.

 

Erst wenn die Situation unerträglich ist will der Hundebesitzer eine Veränderung. Genau dann kommt der Hundetrainer ins Spiel und stellt als erstes eine Frage "Wie soll Euer zukünftiges Leben aussehen?"

Hast DU schon mal darüber nachgedacht?

 

Wie sieht eigentlich für Dich eine toller, entspannter Spaziergang aus?


Wie möchtest Du von Deinem Hund behandelt werden?


Wie möchtest Du Dich fühlen während Du mit Deinem Hund etwas unternimmst?

 

Erst danach können wir ändern WAS Dich stört.


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Donnerstag, 15. Juni 2017 - 09:02 Uhr

Angst vor Transportboxen minimieren

Herzlichen Glückwunsch!

Geduld zahlt sich aus! Dein Hund wird es Dir danken, dass Du bei seiner Unsicherheit nicht so viel Druck ausgeübt hast um das Problem zu beseitigen.

Die größte Hürde ist geschafft, denn wer eine neutrale Haltung hat, der kann sie ins Positive verändern.

Ab sofort wird Dein Hund in der Nähe der Hundebox gefüttert.
Lass die Boxentür offen stehen, natürlich sollten die Spielzeuge heraus genommen werden.

Wirf einfach ein stark riechendes Leckerchen hinein und widme Dich der Zubereitung des Hundefutters. Es kann sein, dass Dein Hund sich das Leckerchen holt - so soll das sein.

Aber bitte nicht gleich Deinen Hund mit lauten Freudenschreien erschrecken! Stell stattdessen einfach den gefüllten Hundenapf direkt vor die offene Tür der Hundebox und geh zur Seite.

Wenn Du eine Flugbox benutzt, dann musst Du wissen, dass der Boden der Flugbox nach oben gewölbt ist. Betritt Dein Hund die Flugbox, biegt sich das Plastik unter dem Gewicht Deines Hundes nach unten. Dabei verursacht die Box klappernde Geräusche vor denen sich Dein Hund wieder erschrecken kann. Aber auch das Nachgeben des Untergrundes kann einen Hund aus dem Konzept bringen.

Ist Dein Hund sehr sensibel, Untergründe und Geräusche betreffend, kannst Du eine alte dicke Wolldecke unter die Flugbox legen damit alles etwas gedämpft wird.... sowohl die Geräusche als auch die Bewegung des Boxenbodens.

Alle besonderen Leckereien gibt es nur noch IN der Box. Also wenn Ihr als Ritual habt, dass Ihr Eurem Hund nach dem Abendessen immer das letzte Stück gebt, dann landet dieses Stück immer in der Box.

UND das Futter gibt es nur noch im nahen Bereich der Box! JEDES MAL!

Warum? Normalerweise freut sich ein Hund, dass er gefüttert wird. Am häufigsten rennen Hunde in die Nähe ihrer Näpfe oder an die Stelle (Schmuddeunterlage, Schmutzfangmatte) an der sie immer gefüttert werden. Wird ein Vierbeiner immer in oder im nahen Bereich der Box gefüttert, freut sich der Hund wenn er in dessen Nähe kommt.... Dort gibt es immer Köstlichkeiten!

 

wwwhundezentrum-nguyende-1


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Freitag, 2. Juni 2017 - 12:04 Uhr

Hunde im Auto transportieren

Wer schon mit der Planung des Sommerurlaubes begonnen hat, sollte sich auch nochmal darüber informieren wie Hunde am besten im Auto transportiert werden:

http://www.bussgeld-info.de/bussgeldkatalog-tiere-im-auto/


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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

Tel.: 0176-47338772 ♦ Email: info (at) hundezentrum-nguyen.de