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Dienstag, 29. August 2017 - 07:22 Uhr

Ich will bei meinem Hund niemals Zwang anwenden. Es steht Menschen nicht zu einem Hund zu einer Handlung zu zwingen.

Manchmal beruht Fehlverhalten auf einer persönlich gesetzten Grenze. Zum Beispiel wird es grundsätzlich negativ ausgelegt wenn man einen Hund zwingt eine Situation auszuhalten.

Doch es gibt immer wieder Situationen, in denen ein Hund einfach lernen sollte ruhig zu halten.

1. Gekämmt werden
Nicht jeder Hund will gebürstet oder gekämmt werden. Es gehört allerdings zu unserer Verpflichtung, dass man sich als Hundebesitzer auch um die Fellpflege kümmert. Wenn der Hund gleich nach drei Mal mit der Bürste durchs Fell fahren anfängt herum zu hampeln, muss man nicht sofort aufgeben und die Ausrede "Der will das nicht" anwenden.

2. Gesundheitskontrolle
Beim Tierarzt werden bestimmte Sachen abgeprüft, die dazu dienen den aktuellen Gesundheitszustand festzustellen. So muss sich der Hund zum Beispiel in die Ohren, Augen und das Maul gucken lassen.
Manche Hunde wollen sich tatsächlich nicht von Fremden anfassen lassen, dies gestehen wir jedem Hund zu. Dann ist aber der Hundebesitzer in der Pflicht dem Tierarzt die prägnanten Eckdaten wie Sauberkeit der Ohren, Zustand der Schleimhäute in Maul und Augen zu zeigen und gegebenenfalls die notwendigen Tests selbst durchführen.
Daraus folgt, dass wir Hundebesitzer den Hund so ausbilden müssen, dass er die Manipulationen über sich ergehen lässt. Auch wenn der Hund sich nicht gerne in die Ohren schauen lässt, müssen wir uns mit dem Hund in die Übungssituation begeben und oft wiederholen, dass das Ansehen des Ohres zur Routine wird.

3. Festgehalten, hoch gehoben werden
Beim Tierarztbesuch muss ein Hund unter Umständen festgehalten werden damit der Tierarzt etwas entfernen kann, das an den Hundekörper nicht dran gehört.
Auch wenn sich ein Hund wehren will, muss man fest zupacken. Es bewahrt den Hund vor weiteren Verletzungen! Auch an sich drücken und festhalten ist Zwang.

4. Sitzenbleiben an der Ampel. 
Willi Wuff will nicht sitzen bleiben und darf seine Besitzer überall hin führen wo er schnüffeln möchte? Und wie soll das dann im Straßenverkehr funktionieren wenn man eine Straße nicht überqueren kann weil die Fußgängerampel rot ist? Da muss man seinen Hund zwingen sitzen oder stehen zu bleiben.

Die These, dass man seinen Hund komplett ohne Zwang erziehen kann, stimmt also nicht.

Lasst Euch von solchen Thesen nicht veräppeln und schon drei Mal kein schlechtes Gewissen einreden weil Ihr Eurem Hund Grenzen aufzeigt!


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Freitag, 25. August 2017 - 07:20 Uhr

Wie sieht Spiel tatsächlich aus?

Immer wieder haben wir Absagen von Kunden, die sich für große Spielgruppen entscheiden.

Die Begründung warum sie die andere Spielstunde besser finden lässt uns allerdings die Haare zu Berge stehen:

- Da waren noch 15 andere Hunde und meiner hatte so viel Spaß ......
- mit den anderen die ganze Zeit herum zu flitzen und zu toben. 
- Der konnte so richtig mit anderen Balgen und die sind durch die Gegend gekugelt.

Jetzt analysieren wir zuerst die Aussagen. 
Ihr bringt Eurem Hund bei, dass er mit anderen Hunden viel mehr Spaß hat als mit Euch.
Spiel bedeutet nicht, dass die Welpen die ganze Zeit rennen und toben! Spiel bedeutet Kommunikation, Kräftemessen und Grenzen erfahren.
Wenn sich die Welpen gegenseitig im Rennen umwerfen und herum schubsen, dann ist das kein Spiel mehr!

Schaut Euch die Welpen im Video an  ..... https://www.facebook.com/Hundeschule.MysteryDog/videos/1669821439708216/
Das sind Malinois mit kräftig Feuer im Hintern.
So wie sie sich verhalten, DAS IST SPIEL.

 

Wie Ihr sehen könnt, ärgert Chance (rotes Halsband) Campino (gelbes Halsband) weil er sich nicht bewegt. Sie zwickt ihm in die Seite, zieht ihm am Fell und der Haut und weil das nix gebracht hat, petzt sie ihm nochmal etwas stärker in den Popo. Er dreht sich sofort um weil er nicht gezwickt werden will und sie lösen es beide in eine Minirunde Bewegung auf.

Da hetzt niemand den anderen.
Wir haben zwar den Ton weg geschnitten weil wir unsere eigenen Stimmen und Witze zu peinlich finden, aber in dieser Situation liegt kein Welpe am Boden fest getackert und einer hackt in den anderen rein.
Es wird keiner umgerannt.

Wenn Ihr Spielgruppen besucht, dann achtet bitte darauf, dass die Welpen moderiert werden! 
In guten Spielgruppen stehen die Hundetrainer nicht permanent mit den Kunden zusammen und halten Schwätzchen. Um harmonisches und ausgeglichenes Spiel zu ermöglichen, müssen die Hundetrainer flitzen, eingreifen und sind kräftig am rotieren!

Zwei Trainer reichen überhaupt nicht aus um eine Gruppe mit 8 Welpen zu führen! Bei 6 Hunden wird es mit 2 Trainern schon turbulent. Je mehr Hunde in der Gruppe sind, desto mehr Trainer müssen eingreifen. Ansonsten bringt Ihr Euren Hunden von Anfang an falsches Verhalten bei:
- Die starken Hunde können mobben und entwickeln Techniken um die Schwächeren zu drangsalieren.
- Die unterlegenen Hunde müssen Aggression einsetzen um sich gegen die Mobber zu wehren.

Und noch etwas bringt Ihr Eurem Hund bei:
- Artgenossen sind viel interessanter als mein Mensch
In einem halben Jahr dürft Ihr Euch also nicht wundern wenn Euer Hund bei der Silhouette eines anderen Hundes am Horizont die Beine in die Hand nimmt und Euch stehen lässt wie bestellt und nicht abgeholt.

Wählt die Spielstunde mit Sorgfalt aus!
Und lasst Euch nicht mit Sprüchen abspeisen, die so ähnlich klingen wie "Die regeln das unter sich.", "Die müssen das klären damit sie eine Rangordnung bilden.", "Der muss lernen sich auch mal durchzusetzen / zu wehren.", "Welpen können sich gar nicht mobben, die wissen überhaupt nicht was das ist." oder "Wegen dem Welpenschutz passiert nix."


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Mittwoch, 23. August 2017 - 07:18 Uhr

Du musst Deinen Hund mehr auslasten!

Dieses Video durften wir drehen als wir zum Knuddeln zu einem Wurf Mali-Welpen zu Besuch waren.

Sheltie Cleo hütet den orangefarbenen Ball den Mali In auf den Gehweg gelegt hat. 
Das Hüteverhalten kann man daran erkennen, dass Cleo sich kreisförmig um die anderen Hunde und um die Menschen herum bewegt. Sie hat dabei immer den Ball im Blick.

Wenn Ihr so ein Video in eine Gruppe einstellt und danach fragt wie Ihr das Hüten am besten in den Griff bekommt, antworten zig Leute "Du musst Deinen Hund mehr auslasten damit er aufhört sein Hüteverhalten ausleben zu wollen!" 
BULLSHIT
Dieser Hund ist überdreht. Sie ist vollkommen ausgelastet, denn sie ist Nanny bei einem Wurf Malinois und hat sogar im Garten einen eigenen Agilityparcours.

Cleo braucht nicht noch mehr Auslastung!

Hütehunde haben, wie andere leistungsstarke Hunderassen, einen Fehler: Sie können nur sehr schwer abschalten und Pause machen.
Was Ihr mit Eurem Hund in so einer Situation macht:

1. Packt den Ball weg. Ihr müsst dazu nicht ganz böse "Jetzt ist Schluß" sagen. Packt einfach nur den Ball weg.
2. Nehmt Euren Hund an die kurze Leine und begrenzt dadurch den Freiraum. 
3. Redet nicht auf den Hund ein! Das bedeutet gleichzeitig, dass Ihr keine Befehle gebt und frustriert den Hund anbrüllt weil er seinen Sitz- oder Platzbefehl nicht einhält. Ihr haltet einfach nur die Leine.
4. Sobald der Hund mal ruhig stehen bleibt, könnt Ihr in ruhiger Stimme "guuuuut, ruuuuuuuhig" sagen. Aber bloß keine Quietschestimme mit "sooo ein feinifeinifeini Hundi" !!!!!
5. Geht mit Eurem Hund nach Hause und gönnt ihm Ruhe. Auch daheim kann es passieren, dass Euer Hund Euch dazu animieren will etwas mit ihm zu machen. Das wird alles ignoriert.

Ihr könnt Überdrehtheit nicht mit noch mehr Arbeit bekämpfen. 
Bietet Ruhe und Gelassenheit! Das steckt an und bringt den Hund wieder runter.


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Montag, 21. August 2017 - 07:17 Uhr

Schämt Euch so böse zu dem Hund zu sein!

Immer wieder kursieren Halbwahrheiten in Bezug auf Fachbegriffe durch die Hundehalterwelt. Heute erklären wir Euch ein wenig das Meideverhalten.

Woher kommt das Meideverhalten?
Das Meideverhalten ist eine natürliche Reaktion des Hundes auf eine bedrohliche Situation. Jeder Hund zeigt Meideverhalten, es kann von Personen, anderen Tieren oder Objekten ausgelöst werden.

Ist Meideverhalten schädlich für Hunde?
Neutral betrachtet bewahrt das Meideverhalten den Hund vor Gefahren und sorgt dafür, dass der Hund körperlich unversehrt bleibt.
Da wir Menschen in der Erziehung von Tieren nicht gänzlich darauf verzichten können Grenzen zu setzen, müssen wir auch das Meideverhalten gezielt einsetzen um Regeln bzw. Tabus aufzustellen. 
Es ist schädlich den Hund permanent ins Meideverhalten zu "drücken" und das gezeigte Alternativverhalten nicht zu loben. So wird der Vierbeiner nämlich permanent frustriert ohne eine Verhaltensanweisung zu bekommen, die wir stattdessen sehen wollen.

Das ist nun kompliziert genug beschrieben..... in die Praxis übersetzt heißt es:

Wenn Du Deinem Hund den Befehl zum Liegen oder Sitzen gibst und es fällt Essen herunter, wird dem Hund verboten sich sofort auf das Essen zu stürzen und es herunter zu schlingen. Wenn sich der Hund dem Futter zuwendet, bekommt er eine Grenze gesetzt und dies löst Meideverhalten aus. Nimmt sich nämlich der Hund den Streuselkuchen mit Pflaume, gibt es Ärger (körperliche Bedrohung, Gefahr). Und der Ärger könnte darin bestehen, dass wir den Kuchen auch unter Anwendung von Zwang aus dem Maul wieder raus holen.

Sprichst Du jetzt die ganze Zeit mit Deinem Hund in tiefer, böser Stimme "Wehe Du nimmst den Kuchen, wag es bloß nicht, Bleib bloß liegen!", gibst Du Deinem Hund weiterhin Druck und lässt ihn einfach im Meideverhalten und lässt ihn frustriert da liegen. Diese Vorgehensweise ist wirklich schlecht und unangebracht. So angewendet ist Meideverhalten also tatsächlich schlecht.

Das ist der Grund warum wir nicht den Befehl "Bleib" verwenden. Durch das permanente, in drohender Stimmlage gesprochene "Bleib" gebt Ihr dem Hund ständig Druck. Ihr droht, dass es Ärger gibt wenn der Hund überhaupt nur daran denkt aufzustehen. Ihr setzt hier das Meideverhalten ein. Das sieht man dann nicht so deutlich wie in dem Video, aber Ihr wendet Strafe an um den Hund im Befehl zu halten. DAS ist deutlich schlimmer als dem Hund mal kurz ins Fell zu greifen und ein sehr böses "Schluß" entgegen zu donnern!

Es wäre deutlich besser, wenn Du statt ständig mit weiterem Ärger zu drohen, endlich mal anfängst zu loben weil Dein Hund sich nicht den Kuchen holt. Für das Alternativverhalten NICHTFRESSEN und das halten des Kommandos Platz hat der Hund verdient positive Rückmeldung zu erhalten! 
Das Gejammere im Video kommt davon, dass Lupi im Zwiespalt ist und sich wirklich sehr stark zusammen reißen muss. Sie wird für die Lautäußerung nicht gemaßregelt, denn der zusätzliche Druck und ein weiteres Verbot kann dazu führen, dass sie sich unkontrolliert entlädt. Würde sie Aufstehen und vom Streuselkuchen weg gehen, würden wir sie auch nicht schimpfen! Sie versucht aus der Situation weg zu gehen damit sie wegen dem Kuchen keinen Ärger bekommt. Dieses Alternativverhalten wird sogar belohnt!
Je größer der Abstand zwischen Lupi und dem Kuchen wird, desto ruhiger wird der Hund. Das Gejammere hört also zwangsläufig von alleine auf wenn der Konfliktauslöser weg genommen wird.

Wir haben Kuchen eingesetzt, der bereits von Lupi als sehr lecker eingestuft wurde und von dem sie ein komplettes Blech gefressen hat. Das mag erstmal lustig klingen, aber stellt Euch vor das wäre ein Giftköder. Dann muss das Meideverhalten auch vor Schaden bewahren und den Impuls unterbrechen können sich den Kuchen einzuverleiben.

Was lernen wir daraus?
Meideverhalten ist nicht schlecht, es bewahrt Leben.
Meideverhalten muss wohl dosiert eingesetzt werden.
Meideverhalten ersetzt nicht unsere Verpflichtung gutes Verhalten zu fördern.


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Freitag, 18. August 2017 - 07:14 Uhr

Mit Kind geht man eine riesige Verpflichtung ein, mit einem Hund ändert sich mein Leben nicht so stark!

Leider wird immer häufiger unterschätzt wie sehr sich das Leben ändert sobald man einen Hund bei sich aufnimmt. 
Denn es ändert sich alles.

Spontan mit der Mädelsrunde ins Auto setzen und ein Wellnesswochenende irgendwo verbringen? Spontan muss man sich stundenlang darüber Gedanken machen wer auf den Hund aufpasst, dem Hundesitter die einzelnen Rationen an Hundefutter abpacken..... Alles muss geplant werden.
Wenn man nämlich keinen Hundesitter hat, muss man den Hund mitnehmen. Doch darf er überhaupt mit ins Hotel?

Allein schon das erste Jahr im Leben eines Welpen ist so abwechslungsreich, dass kleine Unternehmungen eine Herausforderung sind.... Lasst uns nur mal als Beispiel den Plan durchspielen mit der besseren Hälfte ins Kino gehen zu wollen. Da stellt sich schon eine ganze Reihe an Fragen, die ein Problem darstellen :
- Wenn Dein Hund noch nicht stubenrein ist, wie lange kann er einhalten bis zum nächsten Pipi- und Kackiausflug in den Garten?

- Wie lange kann Dein Hund alleine bleiben ohne dass ihn jemand beaufsichtigt?

- Kann Dein Hund auch im Dunkeln alleine bleiben oder nur tagsüber wenn Du arbeiten bist?

- Wie lange war Dein Hund am Kinotag schon ohne Deine Anwesenheit?

- Hast Du schon einen Plan entwickelt wie Du Dich hübsch machst, den Hund fütterst, ins Kino gehst und innerhalb des Zeitrahmen bleibst in dem Dein Hund stubenrein ist?

Wer passt auf den Hund auf, wenn Du Lust hast in Urlaub zu fliegen anstatt an der Nord- oder Ostsee durch den Regen zu laufen?

Hast Du schon daran gedacht, dass das lange Ausschlafen am Wochenende nach der langen Disconacht gestrichen ist?

Es ändert sich alles und da können Dir noch so viele andere Hundebesitzer sagen "...aber man bekommt so viel zurück!" 
Glaubst Du etwa auch das Argument warum Du Kinder bekommen solltest, dass (egal wie viel Arbeit ein Kind macht und wie viele Nerven sie Dich kosten oder Du nie wieder ruhig schlafen kannst weil Dich Sorgen plagen) wenn Dein Kind ein einziges Mal lächelt, alles vergessen ist?

Es kostet viel Kraft einen Hund so zu erziehen, dass Du ihn überall mit hin nehmen kannst und trotzdem musst Du Dein Leben ändern.

Du wirst Freunde verlieren allein wegen dem Hund in Deinem Leben und weil Du dadurch nicht mehr bei allen spontanen Einfällen, Aktionen und Unternehmungen teilnehmen kannst.

Du wirst eingeschränkt sein wenn Du in eine andere Wohnung umziehen möchtest. 
Der fetzige Sportwagen wird verkauft weil Du Deinen Hund nur umständlich mitnehmen kannst.

Mit Deinem Partner bist Du noch nicht an dem Punkt angelangt, dass Ihr Kinder wünscht und wollt Euch stattdessen durch den gemeinsamen Hund wie eine Familie fühlen? Lasst es. Einer der Partner wird sich weniger um den Hund kümmern und das frustriert den anderen. Oder einer wird vom Hund mehr als Chef angesehen und der andere ist verärgert weil der Hund ihm/ihr die kalte Schulter zeigt. Eifersucht entsteht.... Hund auf den Partner oder umgekehrt. 
Der Hund bringt also Konflikte mit in die Beziehung, die bis dahin eigentlich total harmonisch ablief. 
Und wenn die Beziehung in die Brüche geht? Wer hat dann überhaupt die Zeit sich alleine um den Hund zu kümmern?

Alles wird um Deinen Hund herum geplant. Dein Leben wird sich von Grund auf ändern!


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Mittwoch, 16. August 2017 - 09:02 Uhr

Aus heiterem Himmel ist mein Hund ausgeflippt!

 

Beim Kurs "Impulse kontrollieren" sollten die Hunde lernen nicht sofort ihren Trieben nach zu geben sondern sich zu zügeln. Mit zu dem Thema gehörte, dass Hunde sich nicht sofort auf Essen stürzen, das in ihrer Nähe zu Boden fällt.

Ganz zufällig kamen wir auf das Thema, dass Hunde manchmal wie aus dem Nichts in die Attacke gehen und ein erfahrener Hundetrainer wird dann sagen "Nein, es gibt immer Anzeichen."

Schaut Euch das Video von Retromops Maya an: https://www.facebook.com/Hundeschule.MysteryDog/videos/1669625153061178/ .

 

Wir haben direkt neben ihr kleine Stückchen von einem Pflaumen-Streuselkuchen fallen gelassen und uns dann bewusst genähert um das Drohverhalten von Maya zu provozieren.

Wir haben den Ton nicht weg geschnitten, Ihr könnt irgendwann Mayas Frauchen leise hören als sie ihren Hund dafür belohnt, dass Maya ihre Drohgebährden unterbricht.

Doch woran ist das Drohen zu erkennen?
- Maya schaut immer wieder zwischen den Teilchen und mir hin und her und bleibt dann schlußendlich im direkten Blickkontakt mit dem Menschen, der sich nähert.

- Sie lässt immer wieder ihre Lefzen zucken. Für ungeübte Augen sieht das aus als wenn Maya wegen tiefen Atemzügen ihre Schnute bewegt. 
Dieser Hund hat eine Schnauze mit (für Möpse) großen, freien Atemwegen und muss zum Luft einsaugen nicht angestrengt Haut bewegen.

- Nicht jeder Hund knurrt zur Warnung. Entweder wurde es ihm durch den Menschen abgewöhnt oder es wird aufgrund der Rasse nicht als Vorstufe zum Angriff eingesetzt.

Versteift Euch nicht darauf, dass ein Hund erst knurrt, dann bellt um abschließend zur Warnung neben die Hand zu schnappen. Ihr seht in dem Video stille Drohsignale, die bei weiterer Annäherung einen Angriff ankündigen.

Was sollte Geschehen damit kein Angriff erfolgt?
Wenn Ihr bei Eurem Hund merkt, dass er sich steif macht und solche "Zuckungen" bekommt, schickt Ihr den anderen Menschen weg.
Anschließend hebt Ihr das herunter gefallene Essen auf. Sollte Euer Hund auch Euch so drohen, greift Ihr nicht nach dem Essen sondern gebt dem Vierbeiner das Kommando sich mit Euch woanders hin zu bewegen. Das Essen bleibt dann einfach dort liegen und Ihr bittet aus der Entfernung jemand anderen darum es aufzuheben.

Kritiker werden jetzt meckern: "Sowas muss man nicht üben, das ist doch Schwachsinn den Hund in so eine Lage zu bringen."
Nein, es ist kein Schwachsinn. Diejenigen, die ihren Hund mit ins Restaurant oder Café nehmen, haben besondere Probleme, die wir in dieser Situation nachgestellt haben.
Es kann sein, dass den Leuten, die vorher an Eurem Tisch gesessen haben, etwas herunter gefallen ist und es war noch gar keine Zeit das weg zu räumen oder es hat niemand bemerkt. Ein Hund riecht natürlich das Essen und würde es dann verteidigen wenn sich jemand nähert. 
Oder am Nachbartisch fällt gerade eine Pommes runter, die neben Eurem Hund zum Liegen kommt. Auch dann sollte Euer Hunde nicht sofort die Pommes herunter schlingen und könnte sie aber auch keinem anderen gönnen, der in die Nähe kommt.

Ihr denkt Euch "Meinen Hund schleppe ich nicht durch die Fußgängerzone oder mit ins Restaurant, dann kann mir das auch nicht passieren."..... falsch gedacht. Bei jedem Spaziergang entdecke ich in Feld und Wald von Menschen weg geworfenes Essen.... mitten auf dem Land liegt da ein halb gegessener Döner, den jemand einfach weg geworfen hat. Und genau dann muss man seinen Hund gut unter Kontrolle haben damit er sich weder auf den Döner stürzt um ihn sofort zu fressen, noch neben dem Essensrest stehen bleibt und alles weg beißt, das sich nähert.


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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

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