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Mittwoch, 29. November 2017 - 07:08 Uhr

Wenn Dein Hund im Auto bellt, ist er so asozial, dass er immer an der Leine bleiben muss

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Ich kann gar nicht an mich halten!

Könnt Ihr Euch noch an die Verhaltensanweisungen erinnern, die man in der Nähe von Hundeautos an den Tag legen sollte?

 

Dort wurde kommentiert, dass "Hunde die im Auto ausrasten sind - Idr - die Hunde die gefälligst immer und überall an die Leine gehören".

 

Lasst Euch nicht von diesen Aussagen verunsichern!

 

Ihr seid keine schlechten Hundebesitzer oder Rudelführer weil Euer Hund meldet, dass sich Fremde verdächtig nahe um Euer Eigentum herum aufhalten.

 

Hunde sind nun mal keine stummen, charakterlosen Puppen. Sie wurden gezüchtet um Aufgaben zu erfüllen. Und die wohl am meisten genutzte Eigenschaft ist die der Abschreckung gegen Einbrecher.

 

Wenn wir jetzt mal ganz bewusst vermenschlichen, dann werden wir doch auch nicht dazu verdammt in Handschellen und Fußfesseln den Rest unseres Lebens durch die Gegend zu laufen weil wir einen Fremden in die Flucht geschlagen haben. Einem Eindringling, der unberechtigt durch meinen Garten in Richtung Haus läuft, würde ich entgegen brüllen, dass er SOFORT seine Beine in die Hand nehmen und von meinem Grund und Boden verschwindet sonst lernt er meine Bratpfanne kennen.

 

Ehrlich gesagt zeugt es von äußerst großem Sozialverhalten wenn ein Hund im Rudel die Aufgabe der Alarmanlage hat. Und wenn dann auch noch der Rest der Truppe mit einsteigt und sie gemeinsam gegen den Eindringling in den Kampf ziehen, dann handelt es sich um einen intakten Verbund!

 

Die Kunst ist, dieses Rudel als Entscheidungsträger so beinflussen zu können, dass die Tiere sich regulieren und vom Besitzer ansprechen lassen.

 

Der hinter dem Zaun sich wie eine Furie aufführende Hund kann auf dem Spaziergang sehr wohl vollkommen neutral bis desinteressiert gegenüber fremden Menschen reagieren. Sein lautes und einschüchterndes Verhalten hat damit zu tun, dass er durch einen Reiz (potentieller Einbrecher) ausgelöst wird. 

 

Bleibt man außerhalb einer gewissen "Sicherheitszone", beobachtet der gleiche Hund ganz ruhig unser Verhalten und meldet erst dann wieder wenn eine Annäherung droht.

 

Stellt Euch vor, Hunde können sogar unterscheiden, welche Person einfach nur am Grundstück vorbei laufen will und wer das Territorium betreten will. Solange jemand nur passieren möchte, bleibt der Hund ruhig aber bekommt durchaus mit, dass da jemand ist. Lautstarkes Gebell ertönt allerdings wenn sich jemand zum Grundstück dreht und durch Heben eines Fußes das Betreten signalisiert.

Der Auslöser ist also, dass die unbekannte Person unberechtigt eine Grenzüberschreitung vornimmt.

 

Es steht einem Hund eindeutig zu, dass er Euch durch Bellen alarmiert und auch Fremden gegenüber durch Bellen und Knurren anzeigt, dass eine weitere Annäherung zu einer körperlichen Auseinandersetzung führen könnte.

Dieses Verhalten steht überhaupt nicht in direktem Zusammenhang mit dem Gehorsam außerhalb des eigenen Eigentums!

 

Ehrlich gesagt ist es für alle besser und gesünder wenn Hunde über Lautäußerungen warnen können und dürfen. Die weitaus größere Gefahr geht von den Hunden aus, denen das Bellen und Knurren abgewöhnt wurde "weil es sich nicht gehört". Diese Hunde zeigen nur sehr kurz über Körpersprache die Bedrohung an und gehen danach in den direkten Angriff samt Einsatz von Zähnen.


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Donnerstag, 23. November 2017 - 08:04 Uhr

Wenn ich meinem Hund alles ohne Leckerchen beibringe, bin ich der Rudelführer

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Viele Hundebesitzer sind davon genervt wenn sie von Hundetrainern die Anweisung bekommen, dass sie auf die Spaziergänge Leckerlis oder Futterbrocken mitnehmen sollen.

 

Auch wir bekommen Augenrollen, Stöhnen und Unverständnis entgegen gebracht. Eine alte These besagt angeblich, dass derjenige der Ranghöhere ist, der ohne Einsatz von Belohnungen den Hund dazu bringen kann etwas zu tun.

Nun, teilweise stimmt dies ja auch.

 

Derjenige, der einen anderen dazu bringen kann etwas zu tun oder zu unterlassen, geht aus der Situation als "Gewinner", auch als Bestimmer bezeichnet, hervor.

 

So, nun müssen wir aber noch klären, warum ein Hund ohne Belohnung Befehle ausführt. ..... Weil er über Druck und Strafe gelenkt wird.

 

Viele denken genau jetzt: nein, das will ich nicht. Ich will nicht, dass mein Hund aus Angst vor Strafe etwas für mich macht.

 

Aber welchen anderen Anreiz soll der Hund bekommen, wenn man nicht über Belohnung arbeiten möchte?
In dieser Sekunde kommt als Erklärung "Mein Hund soll aus Liebe etwas für mich machen und ein Lobwort soll ausreichen, bei anderen funktioniert das ja auch."

 

Ein Lebewesen tut etwas für ein anderes Lebewesen weil er sich einen Gewinn daraus verspricht. Der Gewinn kann mehr Stolz, mehr Würde, mehr Selbstbewusstsein, mehr Geld oder aber auch besseres Essen, besseres / neueres Auto, aktuelle Mode sein.

 

Würdest DU für einfach nur ein Mal "Gut gemacht" aus Deiner 38 Stunden Woche freiwillig eine 60-Stunden-Woche machen? 
Würdest Du für einfach nur mal "Fein" bis tief in die Nacht hinein arbeiten, auf Freizeit und gemeinsame Unternehmungen mit Deiner Familie und Freunden verzichten?

Warum sollte Dein Hund also perfekt hören wenn er lapidar abgespeist wird?

 

Gerade wenn ein Hund im Lernprozess ist, muss die Belohnung variabel, dem Schwierigkeitsgrad und den verschiedenen Leistungen angepasst sein.

 

Für das Zurückkommen wenn niemand im Umkreis von 5 km zu sehen ist, muss der Hund keinen Ring Fleischwurst erhalten. Schon gar nicht, wenn er mit einer "Komm-ich-heute-nicht-komme-ich-morgen"-Einstellung angetrottet kommt. Dafür reicht tatsächlich ein einfaches: "Aha, Du bist da. Gut."

Es ist keine herausragende Leistung gewesen, also muss das auch nicht überragend belohnt werden.

 

Dafür kommt der Hund promt wenn sich ein schnelles Fahrrad nähert? Ja aber hallo muss da ein Lob mit angemessener Bestätigung kommen. 

 

Und achtet mal auf meine veränderte Wortwahl: Ich habe geschrieben "Bestätigung" und nicht Leckerli.

Ihr müsst wissen, für was Euer Hund 100% Leistung gibt und dafür auch aus dem Spiel mit Artgenossen zurück gerufen werden kann. Nur dafür gibt es diese Superbelohnung.

 

Als Superbelohnung ist nicht immer ein Stückchen Käse, eine Scheibe Wiener Würstchen. Es gibt Hunde, die wollen was ganz anderes! 
Wie wäre es mit einer Runde Spiel mit dem eigenen Besitzer? 
Was, wenn der Hund als Superbelohnung seinen Menschen anspringen darf?

Wenn der Hund Futter und anderes Essen nicht als Belohnung ansieht, dann muss man diesem Tier das nicht ins Maul schieben. Dann kann man tatsächlich auf essbare Bestätigung verzichten.

 

Aber Fressmaschinen wollen Leckerlis. 
Sie machen nur noch einen Unterschied darin, ob sie etwas bekommen, das es nur äußerst selten gibt und in welcher Menge. Bei diesen Hunden ist der Einsatz von Spielzeug kein adäquater Ersatz um gutes und sehr gutes Verhalten angemessen zu belohnen.

 

Lernt Euren Hund kennen!

 

Probiert aus wann der Hund eine bessere Leistung, mit welchem Hilfsmittel eine normale und wann er sich in Superdog verwandelt.

 

Nicht alles, das es im Zoofachgeschäft gibt, sieht der Hund als besonderes Leckerli oder Bestätigung an!
Zookie steht z.B. unheimlich auf Spezi (50% Cola und 50% Limo), für sie ist es eine Superbelohnung, wenn sie aus einer kleinen Pipette diese Mischung lecken kann.

Bond liebte Milchkaffee und PET-Flaschen.

Action liebt hingegen Bälle

Emma möchte am liebsten ihren Nemo im Maul halten und dabei in meine Arme springen.

 

Und trotzdem erhalten diese Hunde für normale und gute Leistung noch zusätzlich passende Belohnungen. Nur dadurch kann man die Motivation hoch halten ... ein Führungsperson und insbesondere der Rudelführer weiß nämlich wie er seine Mitglieder in kürzester Zeit motivieren und jederzeit eine Zusammenarbeit einfordern kann.


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Donnerstag, 16. November 2017 - 09:59 Uhr

Wenn ich meinem Hund zur Strafe in den Nacken packe bin ich der Boss

mythos-5

 

Hin und wieder schlägt der Hund über die Stränge und dann will bzw. muss man Grenzen aufweisen.

 

Alte "Weisheiten" besagen, dass man dann IMMER den Hund im Nacken packen und am besten schütteln soll. Angeblich würden das auch die Elterntiere machen und deshalb weiß der Hund dann, dass er etwas falsch gemacht hat.

Wer seinen Hund mal dabei beobachtet hat wie er auf Mäusejagd geht und dann mit der Maus umgeht, kann sich schnell denken, dass das Schütteln vollkommen verkehrt ist.

 

Wenn ein Hund ein anderes Tier im Nacken packt und schüttelt, dann will er nicht nur "Dudu" vermitteln. Es geht hier um den Tod, denn es wird eine Beute totgeschüttelt. Der Genickbruch ist das Ziel. Wenn es sich um einen Kampfgegner handelt, dann hat das Schütteln zumindest massive Schädigung das Ziel um sich selbst bessere Kampfbedingungen zu erschaffen.

 

Also dürfen gerade Welpen nicht geschüttelt werden!!!!!!!

 

Schaut Videos und Filme von Hunderudeln an.... Aber lest weder die Untertitel, noch dürft Ihr den Kommentaren zuhören. Beobachtet... wertfrei... aufmerksam.... und macht eine einfach Wenn-Dann-Schlußfolgerung.

Wenn ein Hund einen anderen provoziert oder ärgert, dann ist der Gemobbte blitzschnell und haut dem Mobber irgendwo hin. Da wird mal kräftig in den Hintern gezwickt, das Ohr lang gezogen oder die Backpfeife landet am Bein. Aber es wird nie umständlich nach dem Nacken gesucht um nur dort rein zu packen.

 

Ihr müsst auch nicht jedes Mal derart körperlich werden. 

 

Hunde verstehen, wenn Ihr ein Päckchen Taschentücher mit der richtigen "Energie", Wut und Durchsetzungsfähigkeit werft. Auch der sonst so geliebte Ball oder Kauknochen kann sich innerhalb von einer Sekunde von einem lustigen Spielobjekt in eine "todbringende" Strafe verwandeln.

 

Es hängt davon ab wie wir gestimmt sind. Deshalb kann ein geknülltes Taschentuch oder Zeitungsseite den Hund zum Schreien bringen als würde es um sein Leben gehen.


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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

Tel.: 0176-47338772 ♦ Email: info (at) hundezentrum-nguyen.de