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Freitag, 16. Februar 2018 - 07:03 Uhr

Aber das ist immer so bei uns, darüber kann sich der Hund nicht aufregen

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Wenn es im Rudel knallt, können allgemeine Unstimmigkeiten der Grund sein!

Stellt Euch mal vor, jeden Morgen vergisst Euer Mann die Zahnpastatube wieder zu verschließen und an ihren Platz zu stellen. 
Und das seit 3 Jahren. Wie oft hast Du ihn schon darauf hingewiesen? Und wie oft hast Du die unschönen Ränder der offenen Zahnpastatube weg wischen müssen? 
Wie oft bist Du deshalb schon explodiert?

Solche Dinge gibt es natürlich auch zwischen Hunden.
Jeder von uns und jeder der Hunde hat eine Macke, die die anderen stört. 
Für einen gewissen Zeitraum kann man über diesen Makel hinweg sehen, doch jeden Tag füllt sich das Fass um einen Tropfen.

Irgendwann ist das Fass voll und es kommt zur Exposion. Während wir Menschen schreien und vielleicht Gegenstände aus Wut werfen um sich aus Frust Luft zu machen, setzen Hunde ihre Zähne ein.

Klar denkt man als Hundebesitzer "Wieso ist denn DAS jetzt passiert?", denn es ist ja jeden Tag so. Aber warum explodieren wir dann wenn unser Partner bloß die Zahnpasta offen stehen lässt? 
Auf den ersten Blick erscheint es eine Banalität. Doch wenn wir das Leben genauer betrachten, dann ist nicht nur diese Kleinigkeit der Auslöser. Es sind mehrere Kleinigkeiten, die einem die Nerven aufs Äußerste anspannen. Kommt dann noch etwas oben drauf, dann reicht es aus um einen enormen Emotionsausbruch zu entzünden.
Ändert sich nach dem Streit nichts, dann treten die Auseinandersetzungen immer öfter auf.... bis es irgendwann zur Trennung kommt.

Nur weil es jeden Tag so ist, bedeutet es nicht gleichzeitig, dass alles in Ordnung ist. Manchmal muss man etwas ändern damit es eben nicht mehr knallt.


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Mittwoch, 14. Februar 2018 - 06:58 Uhr

Meiner macht nix, der guckt doch nur!

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In den Erziehungsgruppen gab es eine Situation über die man schmunzeln kann. Das Herrchen von Rottweiler Rambo hatte Mitleid in der Stimme als er von seinen Hundebegegnungen erzählte: "Ach die armen Leute. Egal, wem wir begegnen, die anderen Hunde sind sowas von aggressiv und springen in Richtung Rambo wenn die an uns vorbei gehen! Und mein Rambo, der ist ganz vorbildlich ruhig und beobachtet die anderen bloß."

 

Wenn Du Deinen ersten Hund hast, würdest Du genau in dieser Situation denken "Mein tobender Hund ist total asozial und eine Bestie. Ich muss ihm das Bellen abgewöhnen." Ehrlich gesagt: NEIN, Dein Hund ist vollkommen normal.

Die Art wie Rambo andere Hunde anschaut ist nicht gut. Er fixiert, provoziert und fordert andere heraus. 

 

Nur weil ein Hund ruhig ist, bedeutet es nicht gleichzeitig, dass er unschuldig ist!

 

Du musst also darauf achten WIE Dein Hunde fremde Artgenossen ansieht. Natürlich gilt dies auch umgekehrt: Schau Dich um und bewerte wie sich fremde Hunde verhalten.

 

Es ist wichtig wie viel Spannung im Gesicht und im Körper vorhanden ist. 

 

Auch die Position der Rute, ob sie still gehalten wird, wie hoch sie getragen wird oder ob sie weit ausschweifend wedelt zeigt an was Dein Hund gerade denkt und welches Ziel er verfolgt.

 

Hunde kommunizieren bereits auf weite Distanzen und über mehrere Tage hinweg. Die Orte wo ein Haufen abgesetzt, an welchen Ecken und in welcher Höhe Urin hinterlassen wird, wo andere Hunde entlang gehen. Diese Informationen liegen über lange Zeiträume sowohl in der Luft als auch auf dem Boden.

 

Wenn Ihr das nächste Mal mit Freunden ausgeht, dann sagt mal gar nichts. Beobachtet einfach nur die Menschen im Lokal und Ihr werdet herausfinden wie Kommunikation ohne Worte auch unter Menschen funktioniert. Hunde sprechen hauptsächlich nonverbal. Sie nutzen nur ihren Körper, die Art wie sie schauen, wie sie sich bewegen, drehen, hinstellen, wohin sie schauen, wie sie die Augen und Ohren bewegen, wie sie atmen.

 

Nur weil ein Hund ruhig ist, heißt es wirklich nicht, dass es nichts macht. Das WIE ist entscheidend.


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Montag, 12. Februar 2018 - 07:52 Uhr

Mein Hund ist aggressiv wenn ich fremde Hunde streichele

Mein Hund ist total aggressiv wenn ich einen fremden Hund streichele. Wie kann ich das ändern?

 

Am besten lässt man den Hund so wie er ist und ändert die eigene Einstellung.

 

Nun mal ganz ehrlich Mädels.... 
Wie findest Du es wenn sich Dein Mannes nach einer fremden Frau umdreht, ihr sagt wie hübsch sie ist und dann setzt sich diese Dame bequem auf seinen Schoß? Wie fühlst Du Dich wenn diese Frau dann auch noch anfängt mit Deinem Mann zu flirten und er erwidert es? Vielleicht denkst Du Dir... naja, das ist nur verbalens flirten... 

 

Aber was, wenn er ihr jetzt durch die langen wallenden Haare streicht oder streicht ihr sanft über die Wange? 

 

Also ich würde jetzt total ausflippen.

Als erstes bekommt die Trulla eine Schubs, dass sie rückwärts vom Schoß plumpst und dann bekommt mein Mann einen Einlauf verpasst, dass er sich das nie wieder leistet sonst ist die Beziehung beendet.

 

Und Du erwartest von Deinem Hund, dass er seelenruhig bleibt während Du einem fremden Hund Liebe, Nähe und Aufmerksamkeit schenkst?


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Mittwoch, 7. Februar 2018 - 09:54 Uhr

Wie kann ich meinem Hund das Bellen abgewöhnen?

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"Wie kann ich meinem Hund das Bellen abgewöhnen?" ist eine immer öfter gestellte Anfrage von Kunden.

In diversen Gruppen wird dann diagnostiziert, dass der Hund nur deshalb bellt weil man als Hundeführer nicht genug Führungskompetenz zeigt. Dies soll dadurch beseitigt werden indem man das Bellen sofort mit Hilfe von körperlichen Maßregelungen abgestellt wird.

Doch ist das wirklich DAS Heilmittel? NEIN

Fragt Euch: WARUM bellt mein Hund?

Bellt er weil er den Artgenossen herbei ruft?
Bellt er weil er es ganz doof fand, dass der andere Euer Gartentor oder Auto markiert hat?
Bellt er weil er Angst hat?
Bellt er weil er schon vorher so viele Außenreize bekommen hat, dass ihm die Nerven durchknallen?
Bellt er weil er jemandem von Eurem Eigentum fern halten möchte?

Bei jeder dieser gestellten Fragen ist ein anderer Hintergrund, ein anderes Motiv das Treibmittel für das Bellen. Die Lösungen können vollkommen konträr sein weil die Beweggründe einfach vollkommen unterschiedlich sind. Daher ist es nicht gut dem Hund für das Bellen eine schallende Ohrfeige zu verpassen und zu denken bei einem ruhigen Hund ist alles gut.

Ein guter Rudelführer erkennt warum sein Hund bellt. 
Wenn ein guter Rudelführer es nicht im Vorhinein erkennen kann, dann analysiert er die Situation und überlegt sich wie er das nächste Mal das Problem lösen könnte.


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Montag, 5. Februar 2018 - 09:56 Uhr

Du musst Deinen Rüden unbedingt kastrieren sonst....

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Du musst Deinen Rüden unbedingt kastrieren sonst....

- kannst Du ihn bald nicht mehr händeln.
- wird er aggressiv.
- hört er gar nicht mehr.
- kannst Du gleich mit der Erziehung aufhören.
- zeugt er zig Nachkommen.
- hat er nur Weiber im Sinn und konzentriert sich nicht.

Ach herrje sind das Ammenmärchen!

Es gibt einen Grundsatz: Das Skalpell ersetzt niemals Erziehung!

Übersetzt bedeutet es, dass Ihr Euch nicht verrückt machen dürft wenn Euch jemand eines der oben aufgeführten Märchen erzählen will.

Ein Rüde wird nicht automatisch aggressiv nur weil er noch intakt ist. Ein älter werdender Hund besinnt sich auf die wesentlichen Dinge, die ihm wichtig sind. Und er darf durchaus signalisieren, dass er mit nervigen jungen Hüpfern nichts zu tun haben möchte.

Ob ein Rüde Kommados ausführt hat überhaupt nichts mit dem Vorhandensein von Hoden zu tun. Die Kunst ist, dass man als Führungsperson überzeugend genug ist.

Wenn man sich im Hunde-Gassigebiet auf eine Bank setzt und Hundebesitzer beobachtet, dann fällt oft auf. dass die meisten Menschen gar nicht oder im falschen Moment einfordern, dass ihr Vierbeiner sich konzentrieren soll.

Da schreit eine Dame "Ist das ein Rüde oder eine Hündin?" Die andere Hundebesitzerin ruft zurück "Meine ist eine verträgliche Hündin.", was hingegen von der mittlerweile mit aller Kraft an der Leine bremsende erste Dame stöhnend beantwortet wird mit "Dann kann ich das gleich vergessen was zu meinem zu sagen, der hört nie wenn Hündinnen irgendwo zu sehen sind." Und als nächstes darf der ziehende Rüde mit der Hündin Kontakt aufnehmen.

Merkwürdig ist allerdings, dass genau dieser Rüde das gleiche Verhalten auch bei anderen Rüden zeigt. Nur Frauchen ändert ihr Verhalten. Bei Rüden fordert sie lautstark ein, dass ihr Vierbeiner aufhören soll sich in die Leine zu hängen. Und jetzt wird ihr Rüde wild, fängt an zu hüpfen und weil Frauchen jetzt immer forscher, vehementer und auch lauter auf ihren Hund einwirkt. Schlussendlich beginnt der Rüde zu bellen, denn er ist frustriert. Gerade eben durfte er zu der Hündin Kontakt aufnehmen und jetzt zu dem nahenden Rüden plötzlich nicht.

Was das eigentliche Problem ist: Dieser Hund wurde überhaupt nicht darauf vorbereitet auch dann Kommandos auszuführen wenn ein fremder Hund in der Nähe ist.

Dieser Hund ist nicht aggressiv weil ein Rüde vorbei gegangen ist. Er ist frustriert weil Frauchen ihm den Kontakt verwehrt hat. Er ist es gewohnt anders behandelt zu werden.

Dieses Problem wird sich trotz Kastration nicht verändern!


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Freitag, 2. Februar 2018 - 07:47 Uhr

Wenn Hilfsmittel beim Hund bestimmte Verhaltensweisen auslösen

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Ist Dir schon mal aufgefallen, dass sich Dein Hund immer super dolle freut wenn Du ihm sein Halstuch anzieht weil es anschließend zu "Oma und Opa" geht und es dort Leckerchen regnet? Immer, wenn Du das Halstuch aus der Schublade holst, weiß Dein Hund bereits, wo es hin geht und welche Personen er treffen wird.

Ziehst Du das gleiche Halstuch an wenn Du ausnahmsweise auf ein Fest wie Kerb, Weihnachtsmarkt oder Winzerfest gehen willst, dann hat Dein Hund die Erwartungshaltung, dass Ihr zu "Oma und Opa" fahrt, die ihn ja immer mit besonderen Leckereien überhäufen. Doch plötzlich steht er ganz woanders! Nach einer halben Stunde merkt Dein Hund, dass Oma und Opa nirgends zu sehen oder zu riechen sind, stattdessen laufen unzählige Fremde wild durcheinander, schubsen Deinen Hund an oder streicheln ihn einfach ungefragt. Niemand gibt auch nur einen Leckerbissen, stattdessen bekommt der Vierbeiner einen Anraunzer weil er versucht das gut duftende Stück Currywurst auf dem Boden zu erreichen.

2 Wochen später holst Du das gleiche Halstuch aus der Schublade und stellst fest "Mein Hund freut sich ja gar nicht mehr, der schaut mich total verschüchtert an!". Tja, das Halstuch kündigt nicht mehr die tollen Besuche bei Oma und Opa an. Das steht gleichzeitig für emotionalen Stress und eine Situation, die stark belastend war.

Du benutzt für das Mantrailing immer ein Geschirr? 
Nun, dann kündigt das Anziehen des Geschirrs an, dass gleich die Suche nach einer Person beginnt. Das bedeutet bereits nach 2 Trainingseinheiten mit einem Junghund, dass Dein Hund "AN" geschaltet wird und somit auch die Freigabe hat an der Leine zu ziehen um Gerüchen zu folgen.

Um bei tollem Wetter eine Runde mit dem offenen Cabrio zu fahren ziehst Du Deinem Hund immer eine Sonnenbrille auf? Dann weiß Dein Liebling sofort, dass Ihr offen fahrt und er seine Ohren im Fahrtwind flattern lassen kann.

Wenn es zum Hundebegegnungskurs geht, steckst Du Dir immer die Superbelohnung ein? Dann darfst Du Dich nicht wundern wenn Dein Hund die Sau raus lässt weil Du beim "privaten" Spaziergang die Superbelohnung nicht einstecken hast. Wenn Du im normalen Leben ein anderes Verhalten an den Tag legst als in den Übungsstunden, dann bist Du während dem Training für ihn endlich mal die Führungsperson, die er braucht und in den Alltagssituationen frustriert ihn, dass seine Leistung nicht angemessen gewürdigt wird.

Holst Du Deinen Koffer aus dem Keller weil Du für mehrere Tage auf Dienstreise gehen musst und Dein Hund wird am nächsten Tag in die Hundepension gesteckt, so wird der Vierbeiner sich beim Anblick des Koffers nicht wohl fühlen weil er weiß "wir werden jetzt getrennt".

Du musst Dir bewusst werden welche Rituale Du durchführst um Deinen Hund nicht zu enttäuschen. 
Wenn Du die Botschaft hinter diesem Beitrag noch nicht ganz verstehen kannst: 
Stell Dir vor, Du bekommst immer in einem blauen Umschlag den Aufenthalt in einem tollen Wellnesshotel geschenkt. Auf den Bildern der Broschüre siehst Du frisches Obst, eine reichhaltige Buffettheke, wunderschöne Zimmer, einen ansprechenden Wellnessbereich und wenn Du dort bist, bekommst Du die beste Massage Deines Lebens.

Das muss Dir nur 2 Mal geschenkt werden und beim dritten blauen Umschlag denkst Du sofort wieder an dieses eine Wellnesshotel in dem alles perfekt war. 
Du setzt Dich voller Vorfreude ins Auto und siehst Dich in Gedanken bereits auf der Massageliege. Als Du aus dem Auto steigst, stehst Du vor einer herunter gekommenden Bruchbude. Die Zimmer sind so versifft, dass Deine Schuhe am Boden kleben, die Betten sind nicht gemacht, vom Vorgänger steht noch das dreckige Geschirr auf dem Nachttisch und ob das Bad schon gereinigt wurde, weißt Du nicht. Es ist so schlimm, dass Du sofort wieder nach Hause willst.

Was wirst Du beim nächsten blauen Umschlag denken?

Hunde verknüpfen unsere Verhaltensweisen und die verwendeten Hilfsmittel mit den danach kommenden Folgen. 
Hilfsmittel aus dem Sport sollten daher nur für den Sport verwendet werden.

Um bereits erlernte Sachen nicht kaputt zu machen, solltest Du Deine Hilfsmittel nicht kreuz und quer einsetzen!


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Mittwoch, 31. Januar 2018 - 15:13 Uhr

Wenn ich doch eh schon unterwegs bin, dann kann ich doch auch .....

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Während dem Training erzählen Kunden, dass sie den Hund Gassi führen während sie ihr Kind zum Kindergarten oder in die Grundschule begleiten. 

 

Weil sie dann ja eh schon unterwegs sind, werden noch weitere Punkte auf der To Do-Liste so an einander gereiht, dass man möglichst viele Sachen erledigen kann und am Ende des Tages ein paar Minuten eingespart wurden um sich etwas zu gönnen.

 

Wenn Du mich jetzt sehen könntest, würdest Du bemerken, dass ich tief eingeatmet habe um einfach nur zu sagen: Hör auf damit!

 

Verständnislose Gesichter schauen mich an und fragen: "Wieso? Ich bin doch eh schon unterwegs."

Keines der Trainingsziele und Wünsche an das Verhalten des Hundes werden erfüllt! NICHT EIN EINZIGES.
Deine Gedanken drehen sich darum was Du alles erledigen kannst. Dabei wird in 90% der Fälle vergessen den Hund zu loben und auf außergewöhnliche Fortschritte einzugehen.

 

Im Gegenteil: bei der nächsten Trainingseinheit beschwerst Du Dich darüber, dass Du in die Bank hinein gegangen bist, hast den Hund neben dem Auszugsdrucker abgesetzt und der ist ständig aufgestanden.

Wenn Du auf das Bild schaust, dann betrachte mal die Uhrzeit. Dein Hund ist bereits 1,5 Stunden unterwegs! 
Welche Belastung musste er bereits aushalten und wie alt ist Dein Hund?

 

Allein das Laufen zum Kindergarten kann schon arg stressig sein. Dein Kind läuft etwas voraus und Dein Hund muss sich extrem am Riemen reißen damit er da nicht hinterher zieht sondern locker an der Leine läuft. 
Als nächstes dürfen Hunde nicht das Gelände des Kindergartens betreten und werden draußen am Zaun angebunden. 
In der Zeit, in der Du Dein Kind drinnen an die betreuenden Personen übergibst, treffen draußen weitere Eltern mit ihren Kindern ein. Da fahren Fahrräder vorbei an denen Wimpel befestigt sind, Autos halten direkt vor der Kita und Autotüren knallen, möglicherweise tritt ein unachtsames Kind auf die Rute... Diese 10 Minuten können einem Hund richtig viel Kraft rauben!

 

Direkt im Anschluss gehst Du zwar mit Deinem Hund ins Feld oder in den Wald, aber auch dort wirst Du etwas üben. Ist Dein Hund dazu überhaupt noch in der Lage? 

 

Hat er nicht eher einen Spaziergang verdient bei dem er die ganze Anspannung los werden kann, die er in sich aufgenommen hat als Du Dein Kind im Kindergarten abgegeben hast? 

 

Wenn Du auf dem Spaziergang merkst, dass Dein Hund nur Mist baut, hast Du schon mal daran gedacht, dass er überdreht ist weil zu viel verlangt wurde?

 

Muss Dein Hund Dich dann wirklich unbedingt noch zu den anderen Erledigungen begleiten? Je mehr Stationen Ihr an einander reiht, desto mehr Leistung verlangst Du von Deinem Hund!

 

Das Argument "Ich habe keinen Hund damit er daheim auf mich wartet während ich weg bin." ist schlichtweg so egoistisch, dass man glatt sagen möchte: Du bist ein schlechter Hundebesitzer.

 

Zwar schlägst Du Deinen Hund nicht, Du kaufst die teuersten und hochwertigsten Halsbänder, Leinen und Spielzeuge, aber die Bedürfnisse Deines Hundes lässt Du vollkommen außer Acht. Und für was? 

Um Zeit zu sparen? Um nicht alleine sehen zu müssen? Um Dir keine Gedanken zu machen weil Dein Hund daheim im Körbchen liegt und schläft? Um von anderen bewundernde Blicke und Lob zu bekommen weil Dein Hund so gut erzogen ist?

 

Die gemeinsame Aktivität mit dem Hund muss so gestaltet sein, dass nicht nur DU einen Vorteil daraus ziehst. 
Die gemeinsame Aktivität muss so zusammen gestellt werden, dass Du immer die Zeit hast Fehlverhalten korrigieren zu können.

 

Die gemeinsame Aktivität muss so ausgewählt werden, dass Dein Hund dieses Pensum schafft.

Es ist zwar toll, dass Du Dein Ziel visualisieren kannst, aber zu welchem Preis?
Wenn Du den Traum hast, dass Dein 3 jähriges Kind später mal Arzt wird, dann setzt Du es im Kindergartenalter in den Vorlesungssaal der Uni?

 

Nimm Dir kleine Ziele vor und mach auch mal eine Pause!

 

Ein 6 Monate alter Hund kann so eine Liste an Stationen nicht unbeschadet absolvieren!

 

Selbst mit einem einjährigen Hund ist es nicht so einfach alles erledigt zu bekommen.

 

Wenn Du merkst, dass Dein Hund hippelig wird oder permanent zieht, dann bring ihn heim, lass ihn schlafen und geh alleine nochmal los um die restlichen Dinge zu erledigen. Wenn Du die Sache übers Knie brichst nur damit die Liste fertig ist und Du unbedingt Deinen Hund dabei haben willst, brauchst Du am Ende viel mehr Zeit und Kraft als wenn Du nur eine oder zwei Stationen erledigst.

 

Wenn Du mal ehrlich bist, versuchst Du nämlich nicht nur ein paar Minuten raus zu schlagen um Dich hinterher mit einer Pause belohnen zu können. Die meisten von uns wollen Zeit sparen um NOCH EINE AUFGABE erledigt zu bekommen. Damit beginnt allerdings ein gnadenloser Teufelskreis in dem Du Dich abhetzt als würdest Du in einem Hamsterrad rennen.

 

Setze Prioritäten! Nicht alles, das auf dem Weg liegt, muss heute erledigt werden.


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Montag, 29. Januar 2018 - 15:09 Uhr

Gewalt damit die Ablage bei der Begleithundeprüfung funktioniert?

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Ich weiß, so langsam habt Ihr die Schnauze voll von den Horrorstorys zu hören, die da draußen jeden Tag stattfinden.

Aber manche Leser haben aber die vorherigen Berichte nicht gelesen und denken, dass es vollkommen in Ordnung ist wenn mit ihrem Hund so umgegangen wird.

 

Heute erzähle ich von einem Boxer, der mehr als ein Mal durch falsche Entscheidungen der Trainer misshandelt wurde. Und zum Glück liebt und vertraut er noch immer seinen Besitzern. Natürlich könnte es besser sein, aber für die Umstände ist es schon wirklich gut.

 

Der Boxerrüde sollte zur Begleithundeprüfung geführt werden. Dies ist für alle, die nix mit dem Begriff anfangen können, eine genau definierte Prüfung bei der Hund und Halter beweisen, dass sie für die Allgemeinheit keine Gefahr darstellen. Es wird überprüft, ob der Halter seinen Hund im Griff hat, sein Verhalten beherrschen und lenken kann und der Hund muss beweisen, dass er sich gerne von seinem Besitzer führen lässt. Es gibt ein genau vorgeschriebenes Laufschema mit verschiedenen Elementen, der Schwierigkeitsgrad steigt je weiter man in der Prüfung fortschreitet. An sich etwas Gutes.

 

Ein Teil dieser Prüfung ist, dass sich ein Hund in die Ablage legt während ein anderer Hund im Laufschema geführt wird. 
Ablage bedeutet, dass der Hund sich legen soll, sein Besitzer geht aus dem Sichtbereich des Hundes und der Hund soll trotzdem liegen bleiben bis der Artgenosse fertig ist. Der liegende Hund darf nicht aufstehen, darf nicht pinkeln, darf nicht das Gras aus dem Boden reißen, geschweige denn bellen oder dem Besitzer hinterher rennen.

Im Training hat der junge Boxer immer wieder die Ablage nicht geschafft. Er hat sich hingelegt, gewartet bis seine Besitzerin außer Sicht ist und ist aufgestanden.

Angeblich ist die Lösung für dieses Problem, dass am Halsband eine lange Leine befestigt wird. Der ahnungslose Hund wird von Frauchen ins Platz gelegt.. so wie immer. 
Dann dreht sie sich um und geht dort hin wo der Trainer es vorher mit ihr abgesprochen hat.

Übrigens wird die lange Leine von einem zweiten Trainer gehalten. Diese Person achtet nur darauf, ob der Hund liegen bleibt. 

 

Natürlich ist unser Boxer nicht liegen geblieben. Noch während sich das Frauchen weg bewegt hat, stand der Hund auf und die Gewalteinwirkung nahm seinen Lauf.

Der zweite Trainer hat so stark an der Leine gezogen, dass der junge Hund mit Wucht im Zaun hinter der Ablagestelle gelandet ist.

 

Das Ziel war, dass der Hund so viel Angst haben soll, dass er sich nicht wieder traut aufzustehen.

Der erste Satz, der mir über die Lippen gekommen ist..... Ja toll, der Hund war aber doch auch nicht mehr an der Stelle wo er sich eigentlich befinden soll! Konnte er überhaupt diese Leistung erbringen?

 

Natürlich nicht. Im Nachhinein, erst nach die Teilnahme am Training ihrerseits beendet wurde, hat sie über diese Vorgehensweisen nachgedacht. Mit mir und Claudia hat sie immer wieder über das Lernverhalten von Hunden gesprochen, andere Fehler analysiert und so verstanden was damals falsch gelaufen ist. Von ihrem Hund wurde etwas verlangt wofür er überhaupt nicht bereit war.

 

Weder das Selbstbewusstsein, dass er an dieser Stelle liegen bleiben kann ohne attackiert zu werden, noch war eine Grundlage geschaffen worden, die es der Besitzerin ermöglichte in kleinen Schritten die Unterbrechung des Sichtkontaktes zu üben.

 

Bei der Nachfrage was ihr Hund aus dieser Gewalteinwirkung gelernt hatte, war die Antwort: "Mein Hund hat das mit diesem Hundeplatz verbunden. Er hat sich sogar geweigert ganz vorne durchs Tor zu gehen, bis zum eigentlich Trainingsort bin ich gar nicht erst gekommen."

 

Tut es bitte nicht, dass die Besitzer selbst dran schuld sind, dass sie das mit sich haben machen lassen.
Es gibt Trainer, die machen ihre Kunden systematisch fertig. Den Kunden wird eingeredet, dass sie nix können... falsches Timing, nicht die richtige Intensität, nicht die richtige Einstellung, falsches Equipment, einfach eine Niete als Hundebesitzer.

 

Seid kritisch wenn Ihr auf Angebote stoßt, die ähnlich lauten wie "in 10 Stunden die bestandene BH"! 
Nehmt Euch Zeit um die Begleithundeprüfung zu absolvieren! 
Es wird viel zu viel Wert darauf gelegt, dass ein Hund so früh wie möglich die Prüfung ablegt. Dabei startet ein Wettlauf mit schneller, besser, weiter, der dann fälschlicherweise so ausgelegt wird, dass der Ausbilder und der Hundeführer besonders gut sind.

 

Die schnelle Ausbildung hat ihren Preis!

 

Es wird, um im Schnellverfahren ein bestimmtes Verhalten zu erhalten, mit der Brechstange dran gegangen. Auch psychischer Druck, damit der junge Hund dem Konzept entsprechend Verhalten zeigt, ist ebenfalls Vorgehen mit der Brechstange!

 

Durch dieses hurtige Training, wird so gearbeitet, dass der Hund gerade so die Prüfung schafft. 

 

Genau DAS macht Euch nicht zu besseren Hundebesitzern!

 

Vergleichen wir dies mit unserer Menschenwelt, dann ratet Ihr quasi Euren Kindern immer nur gerade so viel zu lernen, dass es für die Note 4 reicht. Das macht doch keiner! Wieso sollte es dann auch in der Hundeerziehung gut sein?

Und bedenkt bitte, dass in einer Begleithundeprüfung nur die absoluten Basics abgefragt werden! Wenn jemand weder die Grundrechenarten beherrscht, noch richtig lesen kann, wie soll dieser Mensch dann erfolgreich Karriere machen?


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Mittwoch, 24. Januar 2018 - 15:44 Uhr

Wenn Wissen durch Gewalt ersetzt wird

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Leider ist es kein Einzelfall, dass Gewalt dort eingesetzt wird wo Wissen endet.

Und leider wird Gewalt eingesetzt in einem Alter, in dem man davon ausgehen muss, dass der Hund noch gar nicht weiß worum es geht.

 

Das passiert nicht in einem anderen Jahrzehnt. Das findet jetzt statt. Wir sind nur so fair und veröffentlichen diese Horrorgeschichte mit 2 Monaten Verzögerung.

 

In diesem "Einzelfall" handelt es sich um einen 7 Monate alten Aussierüden, dessen Besitzerin aufgelöst und aufgeregt war als sie sich bei mir meldete.

 

Zwei Tage vorher war sie planmäßig zum Training bei eine Verein in der Umgebung gewesen. Es handelte sich um sowas wie einen Grundkurs damit die Junghunde im geeigneten Alter zur Begleithundeprüfung gehen können.

 

Das Problem ist ehrlich gesagt überhaupt kein richtiges Problem. 

 

Der junge Rüde sollte sich in die Grundposition setzen, dies hat er auch erledigt allerdings ein paar cm zu weit hinten.

Damit Ihr alle mit dem Fachbegriff Grundposition oder Grundstellung etwas anfangen könnt: Bei der Grundstellung setzt sich der Hund aufgrund des Kommandos "Fuß" links neben seinen Hundeführer und macht sich dafür bereit, dass sie als Team im Fuß los gehen wenn der Hundeführer erneut "Fuß" ausspricht.

 

Je perfekte die Grundstellung, desto mehr "Punkte" und desto einfacher ist das zu absolvierende Laufschema.
Nein, wir brauchen jetzt keine Diskussion über Sinn und Unsinn der Begleithundeprüfung. Es ist ein Sport bzw. der Einstieg in andere Sportarten und soll beweisen, dass der Mensch seinen Hund gut führen kann und dass der Hund unter Kontrolle ist.... Eigentlich so wie es jeden Tag sein sollte.

 

Nun zurück zu dem Problem: Es haben 4 cm zur perfekten Ausführung gefehlt. Natürlich hat sich das Frauchen gedacht, "dieses falsche Sitzen kann ich nicht bestätigen, ich kann es so auch nicht stehen lassen, also korrigiere ich." An sich ist dieser Gedanke nicht falsch. Sie hatte nur bisher nicht gelernt wie man es "richtig" korrigiert. In dem vorherigen Verein ging man auf solche Themen während der Welpenspielstunde nie ein.

 

In diesem "neuen" Verein ist nun eine Diskussion über das Korrigieren entstanden. Wobei, Diskussion kann man das nicht nennen. Der Kundin wurde eine "angemessener" Korrekturmethode gezeigt um das falsche Positionieren in der Grundstellung auszumerzen.

 

Dem Aussie wurde zusätzlich zum vorhandenen Halsband eine Gliederkette angezogen an der eine lange Leine befestigt wurde. Nichtsahnend befahl das Frauchen ihrem jungen Rüden erneut, dass er sich in die Grundstellung setzen sollte.

LEIDER macht es der Hund wieder 4 cm zu weit hinten. Innerhalb von einer Sekunde wurde auf den Rüden eine massive Krafteinwirkung ausgeübt, die das Vertrauen des Hundes erschüttert hat.

 

Wir müssen uns nochmal bewusst werden, dass dieser Hund erst 7 Monate alt ist!

 

Es wurde überhaupt nicht analysiert warum diese 4 cm entstanden sind. Dafür gibt es viele Fehlerquellen, z.B. dass der Hund falsch ins Sitz geht und dadurch nach hinten abkippt.

 

Nein, da wird gleich drauf gekloppt. UNFASSBAR!!!!

 

Zwei Tage später hat das Frauchen sich bei mir gemeldet und war zu recht aus der Bahn geworfen. 
Jetzt hatte sie einen Hund, der einen Vertrauensverlust erlitten hat und Übersprungshandlungen zeigt. Dabei will sie doch einfach nur einen gut erzogenen Reitbegleithund.

 

Das Ziel Begleithundeprüfung haben wir nicht gestrichen. Wir werden sie einen Teil des Weges dort hin begleiten und haben aber als erstes die Zielsetzung auf andere Sachen fokussiert.

 

Zum Glück handelt es sich um einen Aussie.
Zum Glück handelt es sich um einen netten Rüden.
Zum Glück ist dieser Hund nicht nachtragend und hat die schlechte Erfahrung nicht auf Menschen generalisiert.
Zum Glück war sein Frauchen sofort bereit vollkommen andere Wege zu gehen.
Zum Glück habe ich gleich das richtige Rezept zur Hand gehabt. 

 

Und zum Glück konnten wir bereits 3 Tage nach der Gewalteinwirkung mit unserem Training beginnen.

 

Wir haben alle Bremsen gelöst, die andere Trainer vorher aufgebrummt hatten. Als erstes hat das Frauchen gelernt mit ihrem Hund losgelöst zu spielen. Und auch wirklich zu spielen und nicht zu apportieren.

 

Merkt Euch bitte: Apportieren ist kein Spiel! Das ist eine Aufgabe und kein Spiel!

Beim Spiel darf auch der Hund gewinnen!

 

Damit das Frauchen weiß wie das Spiel aussehen soll, wurde es ihr vorgeführt... mit ihrem Hund, den ich vorher nie gesehen hatte. Sie hat etwas entsetzt festgestellt, dass ich dem Hund das Spielzeug schenke. Ich habe sowohl Leine als auch Spielzeug losgelassen... obwohl andere Hunde 10 Meter entfernt waren.
Und was ist passiert?

 

Der Hund wollte weiter spielen - er kam wie an einem unsichtbaren Gummiband zu mir zurück und hat sich bzw das Spielzeug angeboten. 

 

Und danach?
Ich habe dem Hund das Spielzeug überlassen, er durfte es behalten und tragen.
Natürlich hat er nach kurzer Zeit sein Spielzeug ausgespuckt, denn ohne Interaktion ist dieser Gegenstand wertlos. Entweder ich bin schnell, beginne ein erneutes Spiel oder stecke ohne großes Aufsehen das Hilfsmittel ein und wir gehen einfach weiter.

 

Bereits am nächsten Tag hat sich die Kundin via WhatsApp gemeldet und konnte es nicht glauben. 
Ihr Hund sucht ihre Nähe, er nimmt von sich aus mit ihr Kontakt auf!

 

Auf der einen Seite ist es total rührend, dass sie endlich das bekommen hat, das sie sich die ganze Zeit gewünscht hat und auf der anderen Seite macht es sowas von wütend, dass Diletanten einen jungen Hund fast verkorkst hätten.

Es sind natürlich nicht alle Vereine schlecht. Aber beobachtet das Training ohne selbst teilzunehmen. Anstatt auf der Terrasse zu sitzen und sich mit anderen bei einer Tasse Kaffee zu unterhalten, stellt Ihr Euch an den Rand und beobachtet wie die Trainer mit den Teilnehmern umgehen, die etwas falsch machen und was passiert wenn ein Hund etwas falsch macht. Erst danach entscheidet Ihr, ob Ihr Euren Hund zum Training mit dort hinein nehmt!


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Montag, 22. Januar 2018 - 12:24 Uhr

Ist mein Hund noch normal?

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Diese Anfrage wurde nicht direkt an uns gestellt sondern erschien in einer Facebookgruppe.

Leider sieht das Problem nur oberflächlich banal und die Lösung denkbar einfach aus.

Die Ratschläge von anderen Hundebesitzern waren:
- Ja, das ist normal weil Welpen nicht von ihrem Zuhause weg gehen wollen. Das gibt sich.
- In dem Alter ist es völlig normal, dass ein Hund noch nicht gewöhnt ist eine Leine an sich zu spüren.
- ja, bei meinem 12 Wochen alten Hund muss ich auch 5 Minuten sprechen bis sie sich entscheidet ein paar Meter mit mir mit zu gehen.

Erfahrenen Hundebesitzer stehen jetzt die Haare zu Berge, ehrlich gesagt hat sich mir der Magen zusammen gezogen und es war mir schlagartig schlecht.

Ein Hund, der seit der 8. oder 9. Lebenswoche bei seinen Besitzern lebt, sollte sich im Alter von 16 Wochen nicht gegen das Tragen der Leine wehren. 
Das bedeutet, dass eine Fehlverknüpfung stattgefunden hat, die durch das "gute Zureden" sogar noch verstärkt wird.

Auch wenn Hunde den genauen Wortlaut nicht verstehen, so wissen sie bereits in diesem jungen Alter die Stimmlage zu deuten.

Erfahrungsgemäß werden Sätze benutzen wie "Ach Bitte, komm mit mir mit. Es gibt doch überhaupt nix wovor Du Angst haben musst." Hast Du beim Lesen dieser Worte auch eine Stimme gehört? Sie hatte einen Tonfall, der eine Mischung aus Unsicherheit, Betteln und Verständnislosigkeit ausdrückt. Ja, derjenige will sowas gar nicht rüber bringen, aber es ist dennoch vorhanden. 
Würdest Du jemandem folgen wollen, der auf diese Weise mit Dir spricht? Streichelst Du Deinen Hund dann auch zur Beruhigung und hast noch gar nicht daran gedacht, dass dieses beruhigende Streicheln als Trost ausgelegt werden kann?
Wendest Du Dich auch noch dem Hund zu, drückst Du körpersprachlich ebenfalls das Falsche aus.

Was wir aus Trainingssituationen auch kennen ist die Troststimme "Ja, ich weiß, die Leine und das Geschirr sind wirklich doof, aber wir müssen Dir das anziehen damit wir überhaupt raus gehen können." oder "Das böse Auto ist ja wieder weg, jetzt musst Du keine Angst mehr haben." Beim Hund kommt was ganz anderes an: 
Meine Situation ist so mies, dass sogar die Menschen am liebsten woanders wären. 
WIESO SOLLTE DEIN HUND DANN SEIN VERHALTEN VERÄNDERN, WENN DU IHM ZIG MAL EINREDEST SEIN LEBEN IST BESCH***?

Der Weg aus dieser Hölle: 
Ignoriere, dass Dein Hund bockt.
Gehe etwa 3 Fußlängen von Deinem Hund weg und halte die Leine auf Spannung. 
Wenn Du in die Hocke gehst, änderst Du nicht die Richtung. Du schaust und richtest Dich komplett in die Laufrichtung aus. 
Ignoriere noch immer das Bocken und warte bis Dein Hund neben Dich gelaufen kommt.
Jetzt kannst Du Deinen Hund streicheln um ihn für sein Vertrauen zu belohnen. Wenn er Dir auf den Schoß krabbeln möchte, dann mach daraus keine Staatsaffähre, Du drückst ihn wieder auf den Boden und legst ausschließlich den Fokus darauf, dass Dein Hund eine kleine Strecke gelaufen ist.
Nun gehst Du wieder 3 Fußlängen weg und wiederholst die Prozedur.

Läuft Dein Hund mit, lobst Du sofort und kannst auch mal ein ganz besonderes Leckerli springen lassen. Wenn Dein Hund wirklich auf Körperkontakt steht, ist es auch in Ordnung Deinen Hund zur Belohnung eine Teilstrecke zu tragen.

Geh so normal wie möglich mit der Situation um, mach aus dem "Problem" kein Drama! Du musst im richtigen Moment Geduld und Vertrauen in die Leistung Deines Hundes setzen. Der Rest gibt sich von alleine.... denn es ist alles, aber nicht normal wenn Dein Hund sich auch nach 2 Monaten noch gegen die Leine wehrt.


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