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Mittwoch, 31. Januar 2018 - 15:13 Uhr

Wenn ich doch eh schon unterwegs bin, dann kann ich doch auch .....

to-do

 

Während dem Training erzählen Kunden, dass sie den Hund Gassi führen während sie ihr Kind zum Kindergarten oder in die Grundschule begleiten. 

 

Weil sie dann ja eh schon unterwegs sind, werden noch weitere Punkte auf der To Do-Liste so an einander gereiht, dass man möglichst viele Sachen erledigen kann und am Ende des Tages ein paar Minuten eingespart wurden um sich etwas zu gönnen.

 

Wenn Du mich jetzt sehen könntest, würdest Du bemerken, dass ich tief eingeatmet habe um einfach nur zu sagen: Hör auf damit!

 

Verständnislose Gesichter schauen mich an und fragen: "Wieso? Ich bin doch eh schon unterwegs."

Keines der Trainingsziele und Wünsche an das Verhalten des Hundes werden erfüllt! NICHT EIN EINZIGES.
Deine Gedanken drehen sich darum was Du alles erledigen kannst. Dabei wird in 90% der Fälle vergessen den Hund zu loben und auf außergewöhnliche Fortschritte einzugehen.

 

Im Gegenteil: bei der nächsten Trainingseinheit beschwerst Du Dich darüber, dass Du in die Bank hinein gegangen bist, hast den Hund neben dem Auszugsdrucker abgesetzt und der ist ständig aufgestanden.

Wenn Du auf das Bild schaust, dann betrachte mal die Uhrzeit. Dein Hund ist bereits 1,5 Stunden unterwegs! 
Welche Belastung musste er bereits aushalten und wie alt ist Dein Hund?

 

Allein das Laufen zum Kindergarten kann schon arg stressig sein. Dein Kind läuft etwas voraus und Dein Hund muss sich extrem am Riemen reißen damit er da nicht hinterher zieht sondern locker an der Leine läuft. 
Als nächstes dürfen Hunde nicht das Gelände des Kindergartens betreten und werden draußen am Zaun angebunden. 
In der Zeit, in der Du Dein Kind drinnen an die betreuenden Personen übergibst, treffen draußen weitere Eltern mit ihren Kindern ein. Da fahren Fahrräder vorbei an denen Wimpel befestigt sind, Autos halten direkt vor der Kita und Autotüren knallen, möglicherweise tritt ein unachtsames Kind auf die Rute... Diese 10 Minuten können einem Hund richtig viel Kraft rauben!

 

Direkt im Anschluss gehst Du zwar mit Deinem Hund ins Feld oder in den Wald, aber auch dort wirst Du etwas üben. Ist Dein Hund dazu überhaupt noch in der Lage? 

 

Hat er nicht eher einen Spaziergang verdient bei dem er die ganze Anspannung los werden kann, die er in sich aufgenommen hat als Du Dein Kind im Kindergarten abgegeben hast? 

 

Wenn Du auf dem Spaziergang merkst, dass Dein Hund nur Mist baut, hast Du schon mal daran gedacht, dass er überdreht ist weil zu viel verlangt wurde?

 

Muss Dein Hund Dich dann wirklich unbedingt noch zu den anderen Erledigungen begleiten? Je mehr Stationen Ihr an einander reiht, desto mehr Leistung verlangst Du von Deinem Hund!

 

Das Argument "Ich habe keinen Hund damit er daheim auf mich wartet während ich weg bin." ist schlichtweg so egoistisch, dass man glatt sagen möchte: Du bist ein schlechter Hundebesitzer.

 

Zwar schlägst Du Deinen Hund nicht, Du kaufst die teuersten und hochwertigsten Halsbänder, Leinen und Spielzeuge, aber die Bedürfnisse Deines Hundes lässt Du vollkommen außer Acht. Und für was? 

Um Zeit zu sparen? Um nicht alleine sehen zu müssen? Um Dir keine Gedanken zu machen weil Dein Hund daheim im Körbchen liegt und schläft? Um von anderen bewundernde Blicke und Lob zu bekommen weil Dein Hund so gut erzogen ist?

 

Die gemeinsame Aktivität mit dem Hund muss so gestaltet sein, dass nicht nur DU einen Vorteil daraus ziehst. 
Die gemeinsame Aktivität muss so zusammen gestellt werden, dass Du immer die Zeit hast Fehlverhalten korrigieren zu können.

 

Die gemeinsame Aktivität muss so ausgewählt werden, dass Dein Hund dieses Pensum schafft.

Es ist zwar toll, dass Du Dein Ziel visualisieren kannst, aber zu welchem Preis?
Wenn Du den Traum hast, dass Dein 3 jähriges Kind später mal Arzt wird, dann setzt Du es im Kindergartenalter in den Vorlesungssaal der Uni?

 

Nimm Dir kleine Ziele vor und mach auch mal eine Pause!

 

Ein 6 Monate alter Hund kann so eine Liste an Stationen nicht unbeschadet absolvieren!

 

Selbst mit einem einjährigen Hund ist es nicht so einfach alles erledigt zu bekommen.

 

Wenn Du merkst, dass Dein Hund hippelig wird oder permanent zieht, dann bring ihn heim, lass ihn schlafen und geh alleine nochmal los um die restlichen Dinge zu erledigen. Wenn Du die Sache übers Knie brichst nur damit die Liste fertig ist und Du unbedingt Deinen Hund dabei haben willst, brauchst Du am Ende viel mehr Zeit und Kraft als wenn Du nur eine oder zwei Stationen erledigst.

 

Wenn Du mal ehrlich bist, versuchst Du nämlich nicht nur ein paar Minuten raus zu schlagen um Dich hinterher mit einer Pause belohnen zu können. Die meisten von uns wollen Zeit sparen um NOCH EINE AUFGABE erledigt zu bekommen. Damit beginnt allerdings ein gnadenloser Teufelskreis in dem Du Dich abhetzt als würdest Du in einem Hamsterrad rennen.

 

Setze Prioritäten! Nicht alles, das auf dem Weg liegt, muss heute erledigt werden.


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Montag, 29. Januar 2018 - 15:09 Uhr

Gewalt damit die Ablage bei der Begleithundeprüfung funktioniert?

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Ich weiß, so langsam habt Ihr die Schnauze voll von den Horrorstorys zu hören, die da draußen jeden Tag stattfinden.

Aber manche Leser haben aber die vorherigen Berichte nicht gelesen und denken, dass es vollkommen in Ordnung ist wenn mit ihrem Hund so umgegangen wird.

 

Heute erzähle ich von einem Boxer, der mehr als ein Mal durch falsche Entscheidungen der Trainer misshandelt wurde. Und zum Glück liebt und vertraut er noch immer seinen Besitzern. Natürlich könnte es besser sein, aber für die Umstände ist es schon wirklich gut.

 

Der Boxerrüde sollte zur Begleithundeprüfung geführt werden. Dies ist für alle, die nix mit dem Begriff anfangen können, eine genau definierte Prüfung bei der Hund und Halter beweisen, dass sie für die Allgemeinheit keine Gefahr darstellen. Es wird überprüft, ob der Halter seinen Hund im Griff hat, sein Verhalten beherrschen und lenken kann und der Hund muss beweisen, dass er sich gerne von seinem Besitzer führen lässt. Es gibt ein genau vorgeschriebenes Laufschema mit verschiedenen Elementen, der Schwierigkeitsgrad steigt je weiter man in der Prüfung fortschreitet. An sich etwas Gutes.

 

Ein Teil dieser Prüfung ist, dass sich ein Hund in die Ablage legt während ein anderer Hund im Laufschema geführt wird. 
Ablage bedeutet, dass der Hund sich legen soll, sein Besitzer geht aus dem Sichtbereich des Hundes und der Hund soll trotzdem liegen bleiben bis der Artgenosse fertig ist. Der liegende Hund darf nicht aufstehen, darf nicht pinkeln, darf nicht das Gras aus dem Boden reißen, geschweige denn bellen oder dem Besitzer hinterher rennen.

Im Training hat der junge Boxer immer wieder die Ablage nicht geschafft. Er hat sich hingelegt, gewartet bis seine Besitzerin außer Sicht ist und ist aufgestanden.

Angeblich ist die Lösung für dieses Problem, dass am Halsband eine lange Leine befestigt wird. Der ahnungslose Hund wird von Frauchen ins Platz gelegt.. so wie immer. 
Dann dreht sie sich um und geht dort hin wo der Trainer es vorher mit ihr abgesprochen hat.

Übrigens wird die lange Leine von einem zweiten Trainer gehalten. Diese Person achtet nur darauf, ob der Hund liegen bleibt. 

 

Natürlich ist unser Boxer nicht liegen geblieben. Noch während sich das Frauchen weg bewegt hat, stand der Hund auf und die Gewalteinwirkung nahm seinen Lauf.

Der zweite Trainer hat so stark an der Leine gezogen, dass der junge Hund mit Wucht im Zaun hinter der Ablagestelle gelandet ist.

 

Das Ziel war, dass der Hund so viel Angst haben soll, dass er sich nicht wieder traut aufzustehen.

Der erste Satz, der mir über die Lippen gekommen ist..... Ja toll, der Hund war aber doch auch nicht mehr an der Stelle wo er sich eigentlich befinden soll! Konnte er überhaupt diese Leistung erbringen?

 

Natürlich nicht. Im Nachhinein, erst nach die Teilnahme am Training ihrerseits beendet wurde, hat sie über diese Vorgehensweisen nachgedacht. Mit mir und Claudia hat sie immer wieder über das Lernverhalten von Hunden gesprochen, andere Fehler analysiert und so verstanden was damals falsch gelaufen ist. Von ihrem Hund wurde etwas verlangt wofür er überhaupt nicht bereit war.

 

Weder das Selbstbewusstsein, dass er an dieser Stelle liegen bleiben kann ohne attackiert zu werden, noch war eine Grundlage geschaffen worden, die es der Besitzerin ermöglichte in kleinen Schritten die Unterbrechung des Sichtkontaktes zu üben.

 

Bei der Nachfrage was ihr Hund aus dieser Gewalteinwirkung gelernt hatte, war die Antwort: "Mein Hund hat das mit diesem Hundeplatz verbunden. Er hat sich sogar geweigert ganz vorne durchs Tor zu gehen, bis zum eigentlich Trainingsort bin ich gar nicht erst gekommen."

 

Tut es bitte nicht, dass die Besitzer selbst dran schuld sind, dass sie das mit sich haben machen lassen.
Es gibt Trainer, die machen ihre Kunden systematisch fertig. Den Kunden wird eingeredet, dass sie nix können... falsches Timing, nicht die richtige Intensität, nicht die richtige Einstellung, falsches Equipment, einfach eine Niete als Hundebesitzer.

 

Seid kritisch wenn Ihr auf Angebote stoßt, die ähnlich lauten wie "in 10 Stunden die bestandene BH"! 
Nehmt Euch Zeit um die Begleithundeprüfung zu absolvieren! 
Es wird viel zu viel Wert darauf gelegt, dass ein Hund so früh wie möglich die Prüfung ablegt. Dabei startet ein Wettlauf mit schneller, besser, weiter, der dann fälschlicherweise so ausgelegt wird, dass der Ausbilder und der Hundeführer besonders gut sind.

 

Die schnelle Ausbildung hat ihren Preis!

 

Es wird, um im Schnellverfahren ein bestimmtes Verhalten zu erhalten, mit der Brechstange dran gegangen. Auch psychischer Druck, damit der junge Hund dem Konzept entsprechend Verhalten zeigt, ist ebenfalls Vorgehen mit der Brechstange!

 

Durch dieses hurtige Training, wird so gearbeitet, dass der Hund gerade so die Prüfung schafft. 

 

Genau DAS macht Euch nicht zu besseren Hundebesitzern!

 

Vergleichen wir dies mit unserer Menschenwelt, dann ratet Ihr quasi Euren Kindern immer nur gerade so viel zu lernen, dass es für die Note 4 reicht. Das macht doch keiner! Wieso sollte es dann auch in der Hundeerziehung gut sein?

Und bedenkt bitte, dass in einer Begleithundeprüfung nur die absoluten Basics abgefragt werden! Wenn jemand weder die Grundrechenarten beherrscht, noch richtig lesen kann, wie soll dieser Mensch dann erfolgreich Karriere machen?


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Mittwoch, 24. Januar 2018 - 15:44 Uhr

Wenn Wissen durch Gewalt ersetzt wird

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Leider ist es kein Einzelfall, dass Gewalt dort eingesetzt wird wo Wissen endet.

Und leider wird Gewalt eingesetzt in einem Alter, in dem man davon ausgehen muss, dass der Hund noch gar nicht weiß worum es geht.

 

Das passiert nicht in einem anderen Jahrzehnt. Das findet jetzt statt. Wir sind nur so fair und veröffentlichen diese Horrorgeschichte mit 2 Monaten Verzögerung.

 

In diesem "Einzelfall" handelt es sich um einen 7 Monate alten Aussierüden, dessen Besitzerin aufgelöst und aufgeregt war als sie sich bei mir meldete.

 

Zwei Tage vorher war sie planmäßig zum Training bei eine Verein in der Umgebung gewesen. Es handelte sich um sowas wie einen Grundkurs damit die Junghunde im geeigneten Alter zur Begleithundeprüfung gehen können.

 

Das Problem ist ehrlich gesagt überhaupt kein richtiges Problem. 

 

Der junge Rüde sollte sich in die Grundposition setzen, dies hat er auch erledigt allerdings ein paar cm zu weit hinten.

Damit Ihr alle mit dem Fachbegriff Grundposition oder Grundstellung etwas anfangen könnt: Bei der Grundstellung setzt sich der Hund aufgrund des Kommandos "Fuß" links neben seinen Hundeführer und macht sich dafür bereit, dass sie als Team im Fuß los gehen wenn der Hundeführer erneut "Fuß" ausspricht.

 

Je perfekte die Grundstellung, desto mehr "Punkte" und desto einfacher ist das zu absolvierende Laufschema.
Nein, wir brauchen jetzt keine Diskussion über Sinn und Unsinn der Begleithundeprüfung. Es ist ein Sport bzw. der Einstieg in andere Sportarten und soll beweisen, dass der Mensch seinen Hund gut führen kann und dass der Hund unter Kontrolle ist.... Eigentlich so wie es jeden Tag sein sollte.

 

Nun zurück zu dem Problem: Es haben 4 cm zur perfekten Ausführung gefehlt. Natürlich hat sich das Frauchen gedacht, "dieses falsche Sitzen kann ich nicht bestätigen, ich kann es so auch nicht stehen lassen, also korrigiere ich." An sich ist dieser Gedanke nicht falsch. Sie hatte nur bisher nicht gelernt wie man es "richtig" korrigiert. In dem vorherigen Verein ging man auf solche Themen während der Welpenspielstunde nie ein.

 

In diesem "neuen" Verein ist nun eine Diskussion über das Korrigieren entstanden. Wobei, Diskussion kann man das nicht nennen. Der Kundin wurde eine "angemessener" Korrekturmethode gezeigt um das falsche Positionieren in der Grundstellung auszumerzen.

 

Dem Aussie wurde zusätzlich zum vorhandenen Halsband eine Gliederkette angezogen an der eine lange Leine befestigt wurde. Nichtsahnend befahl das Frauchen ihrem jungen Rüden erneut, dass er sich in die Grundstellung setzen sollte.

LEIDER macht es der Hund wieder 4 cm zu weit hinten. Innerhalb von einer Sekunde wurde auf den Rüden eine massive Krafteinwirkung ausgeübt, die das Vertrauen des Hundes erschüttert hat.

 

Wir müssen uns nochmal bewusst werden, dass dieser Hund erst 7 Monate alt ist!

 

Es wurde überhaupt nicht analysiert warum diese 4 cm entstanden sind. Dafür gibt es viele Fehlerquellen, z.B. dass der Hund falsch ins Sitz geht und dadurch nach hinten abkippt.

 

Nein, da wird gleich drauf gekloppt. UNFASSBAR!!!!

 

Zwei Tage später hat das Frauchen sich bei mir gemeldet und war zu recht aus der Bahn geworfen. 
Jetzt hatte sie einen Hund, der einen Vertrauensverlust erlitten hat und Übersprungshandlungen zeigt. Dabei will sie doch einfach nur einen gut erzogenen Reitbegleithund.

 

Das Ziel Begleithundeprüfung haben wir nicht gestrichen. Wir werden sie einen Teil des Weges dort hin begleiten und haben aber als erstes die Zielsetzung auf andere Sachen fokussiert.

 

Zum Glück handelt es sich um einen Aussie.
Zum Glück handelt es sich um einen netten Rüden.
Zum Glück ist dieser Hund nicht nachtragend und hat die schlechte Erfahrung nicht auf Menschen generalisiert.
Zum Glück war sein Frauchen sofort bereit vollkommen andere Wege zu gehen.
Zum Glück habe ich gleich das richtige Rezept zur Hand gehabt. 

 

Und zum Glück konnten wir bereits 3 Tage nach der Gewalteinwirkung mit unserem Training beginnen.

 

Wir haben alle Bremsen gelöst, die andere Trainer vorher aufgebrummt hatten. Als erstes hat das Frauchen gelernt mit ihrem Hund losgelöst zu spielen. Und auch wirklich zu spielen und nicht zu apportieren.

 

Merkt Euch bitte: Apportieren ist kein Spiel! Das ist eine Aufgabe und kein Spiel!

Beim Spiel darf auch der Hund gewinnen!

 

Damit das Frauchen weiß wie das Spiel aussehen soll, wurde es ihr vorgeführt... mit ihrem Hund, den ich vorher nie gesehen hatte. Sie hat etwas entsetzt festgestellt, dass ich dem Hund das Spielzeug schenke. Ich habe sowohl Leine als auch Spielzeug losgelassen... obwohl andere Hunde 10 Meter entfernt waren.
Und was ist passiert?

 

Der Hund wollte weiter spielen - er kam wie an einem unsichtbaren Gummiband zu mir zurück und hat sich bzw das Spielzeug angeboten. 

 

Und danach?
Ich habe dem Hund das Spielzeug überlassen, er durfte es behalten und tragen.
Natürlich hat er nach kurzer Zeit sein Spielzeug ausgespuckt, denn ohne Interaktion ist dieser Gegenstand wertlos. Entweder ich bin schnell, beginne ein erneutes Spiel oder stecke ohne großes Aufsehen das Hilfsmittel ein und wir gehen einfach weiter.

 

Bereits am nächsten Tag hat sich die Kundin via WhatsApp gemeldet und konnte es nicht glauben. 
Ihr Hund sucht ihre Nähe, er nimmt von sich aus mit ihr Kontakt auf!

 

Auf der einen Seite ist es total rührend, dass sie endlich das bekommen hat, das sie sich die ganze Zeit gewünscht hat und auf der anderen Seite macht es sowas von wütend, dass Diletanten einen jungen Hund fast verkorkst hätten.

Es sind natürlich nicht alle Vereine schlecht. Aber beobachtet das Training ohne selbst teilzunehmen. Anstatt auf der Terrasse zu sitzen und sich mit anderen bei einer Tasse Kaffee zu unterhalten, stellt Ihr Euch an den Rand und beobachtet wie die Trainer mit den Teilnehmern umgehen, die etwas falsch machen und was passiert wenn ein Hund etwas falsch macht. Erst danach entscheidet Ihr, ob Ihr Euren Hund zum Training mit dort hinein nehmt!


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Montag, 22. Januar 2018 - 12:24 Uhr

Ist mein Hund noch normal?

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Diese Anfrage wurde nicht direkt an uns gestellt sondern erschien in einer Facebookgruppe.

Leider sieht das Problem nur oberflächlich banal und die Lösung denkbar einfach aus.

Die Ratschläge von anderen Hundebesitzern waren:
- Ja, das ist normal weil Welpen nicht von ihrem Zuhause weg gehen wollen. Das gibt sich.
- In dem Alter ist es völlig normal, dass ein Hund noch nicht gewöhnt ist eine Leine an sich zu spüren.
- ja, bei meinem 12 Wochen alten Hund muss ich auch 5 Minuten sprechen bis sie sich entscheidet ein paar Meter mit mir mit zu gehen.

Erfahrenen Hundebesitzer stehen jetzt die Haare zu Berge, ehrlich gesagt hat sich mir der Magen zusammen gezogen und es war mir schlagartig schlecht.

Ein Hund, der seit der 8. oder 9. Lebenswoche bei seinen Besitzern lebt, sollte sich im Alter von 16 Wochen nicht gegen das Tragen der Leine wehren. 
Das bedeutet, dass eine Fehlverknüpfung stattgefunden hat, die durch das "gute Zureden" sogar noch verstärkt wird.

Auch wenn Hunde den genauen Wortlaut nicht verstehen, so wissen sie bereits in diesem jungen Alter die Stimmlage zu deuten.

Erfahrungsgemäß werden Sätze benutzen wie "Ach Bitte, komm mit mir mit. Es gibt doch überhaupt nix wovor Du Angst haben musst." Hast Du beim Lesen dieser Worte auch eine Stimme gehört? Sie hatte einen Tonfall, der eine Mischung aus Unsicherheit, Betteln und Verständnislosigkeit ausdrückt. Ja, derjenige will sowas gar nicht rüber bringen, aber es ist dennoch vorhanden. 
Würdest Du jemandem folgen wollen, der auf diese Weise mit Dir spricht? Streichelst Du Deinen Hund dann auch zur Beruhigung und hast noch gar nicht daran gedacht, dass dieses beruhigende Streicheln als Trost ausgelegt werden kann?
Wendest Du Dich auch noch dem Hund zu, drückst Du körpersprachlich ebenfalls das Falsche aus.

Was wir aus Trainingssituationen auch kennen ist die Troststimme "Ja, ich weiß, die Leine und das Geschirr sind wirklich doof, aber wir müssen Dir das anziehen damit wir überhaupt raus gehen können." oder "Das böse Auto ist ja wieder weg, jetzt musst Du keine Angst mehr haben." Beim Hund kommt was ganz anderes an: 
Meine Situation ist so mies, dass sogar die Menschen am liebsten woanders wären. 
WIESO SOLLTE DEIN HUND DANN SEIN VERHALTEN VERÄNDERN, WENN DU IHM ZIG MAL EINREDEST SEIN LEBEN IST BESCH***?

Der Weg aus dieser Hölle: 
Ignoriere, dass Dein Hund bockt.
Gehe etwa 3 Fußlängen von Deinem Hund weg und halte die Leine auf Spannung. 
Wenn Du in die Hocke gehst, änderst Du nicht die Richtung. Du schaust und richtest Dich komplett in die Laufrichtung aus. 
Ignoriere noch immer das Bocken und warte bis Dein Hund neben Dich gelaufen kommt.
Jetzt kannst Du Deinen Hund streicheln um ihn für sein Vertrauen zu belohnen. Wenn er Dir auf den Schoß krabbeln möchte, dann mach daraus keine Staatsaffähre, Du drückst ihn wieder auf den Boden und legst ausschließlich den Fokus darauf, dass Dein Hund eine kleine Strecke gelaufen ist.
Nun gehst Du wieder 3 Fußlängen weg und wiederholst die Prozedur.

Läuft Dein Hund mit, lobst Du sofort und kannst auch mal ein ganz besonderes Leckerli springen lassen. Wenn Dein Hund wirklich auf Körperkontakt steht, ist es auch in Ordnung Deinen Hund zur Belohnung eine Teilstrecke zu tragen.

Geh so normal wie möglich mit der Situation um, mach aus dem "Problem" kein Drama! Du musst im richtigen Moment Geduld und Vertrauen in die Leistung Deines Hundes setzen. Der Rest gibt sich von alleine.... denn es ist alles, aber nicht normal wenn Dein Hund sich auch nach 2 Monaten noch gegen die Leine wehrt.


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Freitag, 19. Januar 2018 - 15:40 Uhr

Wenn Wissen durch Gewalt ersetzt wird

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Wer sich über mich und meine Hundeschule umhört, der wird nicht nur gute Meinungen hören sondern auch zu Ohren bekommen, dass ich Hunde zwicke, mit dem Zeigefinger pikse, ins Fell packe oder mir einen Raufbold auch mal zur Brust nehme. Grenzen setzen ist nicht immer schön und es gibt Hunde, da muss man den halt auch mal ran nehmen und Fronten klären.

 

Allerdings gibt es Kollegen, die ich nicht verstehe und kann mich nur eindeutig von diesen Vorgehensweisen distanzieren.

Doch was ist geschehen?

 

Ein Altdeutscher Hütehunde bekam immer mehr Druck, Gewalt und schmerzerzeugende Halsbänder bzw. Ketten an weil er Jagd- und Hüteverhalten bei schnellen Menschen zeigte.

 

Darunter müsst Ihr Euch vorstellen, dass dieser Rüde Fahrräder und Jogger verfolgt wenn er nicht rechtzeitig an die Leine genommen wird. Ist dieser Hund an der Leine, stand er so hoch im Trieb, dass er den Sitzbefehl durchbrach und versucht hat diesen Menschen zu verfolgen und schoss also mit voller Kraft in die Leine.

 

Um diesem "Fehlverhalten" Herr zu werden, wurden bei dem Hütehund erst Gliederketten angezogen, dann gesteigert in Ketten mit gezielter Schmerzerzeugung (wie Stachel). Hat es was gebracht? Ja. Er hat das Kreischen angefangen, ist aufgestanden und schlussendlich kam es zu Eskalation.

Weil der Hund wahllos gedeckelt wurde, hat er sich gewehrt und beide Besitzer regelmäßig die Arme grün und blau gehackt. Ihr braucht jetzt nicht sagen "Das hätte der sich bei mir nich getraut, dem hätte ich so einen eingeschenkt, dass der sich das nicht nochmal gewagt hätte." Das hat nämlich das damalige Herrchen auch gedacht und diese Gewaltspirale hat sich immer weiter gedreht.

 

Das Fehlverhalten ist indes überhaupt nicht verschwunden, es hat sich leider schleichend gefestigt und wurde immer

schlimmer. Gleichzeitig hat die Beziehung zwischen Hund und Besitzer gelitten.

 

Nein, Ihr müsst jetzt nicht nur den Hund bemitleiden. Auch die Besitzer haben es verdient getröstet zu werden. Alle haben ein Trauma erlitten, das es zu bewältigen gilt.

 

Und ich darf Euch schon jetzt verraten, sie haben sich super toll entwickelt und irgendwann werden wir Euch einen Film zeigen wie der Hund bereits im November, nach 10 Lerneinheiten nebenher im Gruppenkurs sich zu einem vorbildlichen, unauffälligen Hund gemausert hat.

 

Doch zuerst müsst Ihr auf eine Sache achten und sie wissen:

 

Genetisch verankertes Verhalten kann man nicht abgewöhnen!

 

Wenn sich eine Verhaltensänderung nicht einstellt, müsst Ihr Euch fragen "War die Erwartungshaltung und damit die Aufgabe zu schwierig?" oder "Ist der Lernweg der richtige?"

 

Bei dem altdeutschen Hütehund konnte das Frauchen bereits nach unserer dritten Übungseinheit signifikant positive Veränderungen feststellen. Sie kam strahlend in den Gruppenkurs und sagte "Ich musste keinen einzigen Spaziergang abbrechen weil mein Hund sich ins Nirvana gekrischen hat!".

 

Ich hoffe Ihr könnt Euch den glücklichen Gesichtsausdruck vorstellen. So ein losgelöstes Lachen und die Erleichterung zu sehen, das ist es was den Job als Hundetrainer so einzigartig macht.

 

Das Geheimnis für den Erfolg bei diesem Hund?

Wir haben jeglichen Druck von dem Hund weg genommen. 
Wir haben frühzeitig den Hund dafür belohnt, dass er ansprechbar ist. 
Wir haben ein für ihn äußerst hochwertiges Mittel eingesetzt: das Frauchen und ihre Zuwendung. 
Wir haben NICHT an der Impulskontrolle mit Sanktionen gearbeitet. 
Wir haben NICHT körperlich eingewirkt.

Wir haben lediglich den Namen des Hundes gesagt und ihn dafür bestätigt, dass er zu seinem Frauchen schaut.

Wir haben "nur" im richtigen Moment das Frauchen als Superbelohnung eingesetzt.

 

Und nach 10 Teilnahmen am Gruppenkurs, der an vollkommen anderen Themen gearbeitet hat, sind wir abends durch den Park gegangen, vorbei an einem Kinderspielplatz vor dem Kinder in allen Größen auf Fahrrädern, Inlinern, Rollern herum geflitzt sind. Die Kinder haben uns sogar begleitet, sind um uns herum gefahren... ohne, dass wir dies verlangt haben... und der ehemalige Problemhund hat höchstens mal ein kurzes Fiepen gezeigt.

 

Das Frauchen weiß, dass sie gemeint ist.

 

Sie hat sich das wirklich verdient, dass ihre Erfolgsgeschichte mal erzählt wird.

 

Übrigens war der böse Hundetrainer auch gleichzeitig das damalige Herrchen von dem Hund.

Aber nach der Trennung und der Umstellung auf ein Training MIT dem Hund sind diese Aggressionen gegen den Menschen nicht mehr aufgetreten.

Wenn Du bei Deinem Training das Gefühl hast, dass Du dazu animiert wirst gegen Deinen Hund zu arbeiten, dann such so schnell wie möglich nach einem Alternativweg!

Lass Dich nicht dazu hinreißen und so eine Tortur 2 oder 3 Jahre durch zu ziehen.

 

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Mittwoch, 17. Januar 2018 - 12:22 Uhr

Wer lernt von wem?

Wer lernt von wem?

Der Trend zum Zweithund hält noch immer an und Hundebesitzer machen sich im Vorhinein unzählige Gedanken darüber, wie das wohl mit dem weiteren Familienmitglied ist.

Sehr oft wird der Ratschlag gegeben: "Der kleine Hund lernt ja dann blitzschnell alles vom älteren, das ist doch überhaupt kein Problem."

Ist das wirklich so? Ist Lernen eine Einbahnstraße? NEIN

Dieser Beitrag wurde am 22.11.17 verfasst, direkt nach einer Beobachtung, die bei uns daheim stattgefunden hat und durch den Kopf ein Gedanke schoss: Das hat die sich abgeguckt.

Aber mal zur Praxis mit einem Rudel und was passiert ist:
Um 9 Uhr beginnt die Arbeit und dann sind Emma und Zookie normalerweise schon spazieren gegangen und wurden gefüttert. Ausgepowert und mit vollem Magen liegen sie dann irgendwo herum und ich kann mich ungestört der Büroarbeit widmen.

Doch heute war das Fleisch noch nicht aufgetaut, ich hatte am Vorabend einfach vergessen das Futter zum Auftauen raus zu legen. Also sind ausgerechnet jetzt die Hunde unruhig, genervt und unzufrieden weil sie noch Hunger schieben.

Alles Betteln nützt nix, sie singen und jammern Arien - der Napf bleibt leer.... gefrorenes Fleisch ist nun mal nicht gut für den Hundemagen. "Boah, jetzt habt doch ein wenig Geduld, gleich gibt es was, ich weiß, dass Ihr Hunger habt.", ist meine Reaktion um den Frust los zu werden.

Kleine Anmerkung: beide Hunde haben gelernt, dass sie bei der Frage "Hunger?" oder "Futter?" in ihre Boxen rennen und abwarten. Heute nicht. Heute ist der Hunger so groß, dass man weiter dran bleiben muss.

Während Emma direkt neben mir bleibt um durch ihre Präsenz einen gewissen Druck auszuüben, sehe ich aus dem Augenwinkel wie Zookie an einen niedrigen Tisch geht auf dem Utensilien für das Verpacken von Geschenken geht. Während ich noch denke "Was macht sie denn jetzt?", höre ich wie ein kleiner Gegenstand zu Boden fällt. Weil ich jetzt meine volle Aufmerksamkeit auf den älteren Hund lenke, freut sich Zookie wild wedelnd und legt ein Lächeln auf ihr Gesicht. Sie bückt sich, hebt irgendwas auf und bringt es..... Es war eine fast leere Rolle Tesa.

Jetzt hat dieses Aas extra etwas vom Tisch geschubst damit sie etwas aufheben und bringen kann! 
Zur Erklärung: Zookie hat 7 Jahre lang sehr erfolgreich das Apportieren von Gegenständen verweigert und so getan als würde sie überhaupt nicht verstehen was das ist. Normalerweise haben immer andere Hunde Sachen aufgehoben, aber niemals Zookie. Sie hat allenfalls die anderen hin geführt und nun will ausgerechnet SIE etwas bringen.

"DAS HAT DIE SICH DOCH ABGEGUCKT!" brüllt es in meinem Kopf. Erst im 9. Lebensjahr schiebt Zookie einen Gegenstand gezielt vom Tisch.... das hat die ja noch nie gemacht. Das hat sie auf jeden Fall bei Emma gesehen!

Denn Emma ist diejenige, die darüber nachdenkt was auf dem Wohnzimmertisch liegt. Was dort nicht hin gehört... z.B. Handschuhe.... hebt sie auf und bringt es. Getragene Strümpfe auf dem Sofa? Igitt! Frauchen, räum das weg, ich lege es vertrauensvoll in Deine Hände. 
SIE ist die Innenarchitektin.

Somit ist bewiesen: Lernen ist KEINE Einbahnstraße. 
Ältere Hunde lernen auch von jüngeren Hunden. Und sie lernen auch den Quatsch, den die jüngeren Hunde zeigen.
Das gilt übrigens auch für die Stubenreinheit! Es kann passieren, dass der ältere Hund auch wieder in die Wohnung püschert wenn es der Welpe macht. Wieso die Füße ins kalte, nasse Gras stellen wenn im Wohnzimmer der tolle weiche, warme Teppich liegt?

Überlegt also noch ein Mal, wenn Euer bereits vorhandener Hund noch viele kleine Baustellen hat, ob es wirklich sinnvoll ist einen weiteren dazu zu holen!


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Freitag, 12. Januar 2018 - 11:38 Uhr

Mein Hund hört echt super, aber wenn dieser eine Hund kommt....

Die Besitzerin einer 8 Monate alten Hündin hatte folgende Frage:

"Mein Hund hört echt super. Sogar wenn wir mit anderen im Rudel Gassi gehen, aber wenn sie einen bestimmten Hund trifft, dann kennt sie nix mehr."

 

Keine Angst, dieser Hund ist nicht falsch gepolt und hat auch zu Glück noch keinen Todfeind.

 

Der Grund warum das heute thematisiert wird sind die Worte "MIT ANDEREN IM RUDEL".

 

Auf den ersten Blick scheint an dieser Konstellation nix schlimmes zu sein. Aber wenn Ihr zwischen den Zeilen lest, dann erkennt Ihr, dass es sich um einen Einzelhund handelt.

 

Das Frauchen geht also mit ihrem Einzelhund zusammen mit anderen Hunden spazieren.

Und JETZT fängt ein Denkfehler an. Da steht IM RUDEL.

 

Das Wort Rudel ist umgangssprachlich eine geschlossene Gruppe von Säugetieren, deren Mitglieder untereinander nicht beliebig austauschbar sind, die eine Rangordnung bilden und auch Arbeitsteilung betreiben.

 

Nun drängen sich folgende Fragen auf: 
Werden Frauchen und Hund wirklich Teil dieses Rudels?

Wir sagen: NEIN. 

 

Ein Rudel kann während einem Spaziergang keine Rangordnung bilden. Die Individuen setzen ihre Präferenzen, drücken diese aus und wägen ab, ob das Gegenüber stärker oder schwächer ist. Dies ist aber kein Rudel!

Sie sind bei regelmäßigem Treffen und regelmäßig gemeinsamer Aktivität allenfalls ein Gruppe, die sich nach Erfüllung des Zwecks wieder von einander trennt.

 

Das ist aber nicht gleichbedeutend mit einem Rudel.

Wenn es in dieser Gassigruppe dann zu Auseinandersetzungen kommt, ist die "Weisheit".... Die müssen das mal austragen damit sich die Rangordnung bildet.... vollkommen fehl am Platz. In einer Gruppe, die nicht dauerhaft zusammen lebt, in der keine Strukturen gebildet werden um auf effizientem Weg das Überleben der Gemeinschaft und des einzelnen Mitgliedes dieser Gemeinschaft zu sicher, IST KEIN RUDEL. Dementsprechend kann sich auch keine Rangordnung bilden.


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Dienstag, 9. Januar 2018 - 11:35 Uhr

Hilfe, mein Welpe zerstört alle seine Spielzeuge! oder Hilfe, ich brauche unzerstörbares Spielzeug!

.... so oder so ähnlich in unzähligen Hundeforen und -gruppen.

Dabei wird immer wieder auf Gegenstände verwiesen, die mit Futter gefüllt und eingefroren werden.

Doch überlegt mal in welchen Situationen Hunde ihr Spielzeug zerstören und aus welchen Gründen.

Immer dann, wenn ein Hund unbeaufsichtigt ist und weitere ungünstige Faktoren zusammen treffen, baut ein Hund seinen Stress oder Frust an Gegenständen ab.

 

unzerstoerbares-spielzeug-gesu

 

Was hat er denn für eine andere Möglichkeit? Er muss sich abreagieren.

Überleg doch bitte in Deinem Fall, warum Dein Hund Dinge zerstört!

Hast Du ihn allein gelassen? Hat Dein Hund überhaupt gelernt alleine zu bleiben?

Hast Du Deinem Hund einen Gegenstand ins Maul gestopft weil Du wolltest, dass er sich alleine beschäftigt?

Warum hat Dein Hund keine andere Möglichkeit als sich mittels Zerstörung aus einem Frustzustand zu befreien?

Hat Dein Hund eine für ihn passende Beschäftigung um sich darin auszupowern und dadurch ausgeglichener zu sein?

Haben die Übungen und Anforderungen, die Du in den letzten Tagen an den Hund gestellt hast vielleicht zu schwierig und Dein Hund hat noch nicht die Möglichkeit gehabt ausgiebig zu schlafen?

Hat Dein Hund gelernt sich nach der Belastung auch wieder runter zu fahren oder läuft er in einer Dauerschleife auf 180?

Nicht das Spielzeug ist das Problem.
Das Problem wird auch nicht dadurch beseitigt, dass das Spielzeug härter, schwerer zerstörbar wird. Irgendwann wird Dein Hund sich umlenken und einen leichter zerstörbaren Gegenstand auswählen, der bisher keine Rolle gespielt hat.... wie toll fliegen Federn aus Kissen durch die Luft?


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Samstag, 6. Januar 2018 - 14:56 Uhr

Wenn Fehler positiv gearbeitet werden

Wenn wir mal allen Schnickschnack weg lassen, so kristallisiert sich heraus:
Es gibt nur 2 Arten um einem Hund die Leinenführigkeit zu lehren.

Wie Ihr in dem Video (https://www.facebook.com/657789007656726/videos/1219890721446549/) seht, gibt es 2 POSITIVE Varianten. In dem rechten Video wird mit dem positiven Verstärker Futter gearbeitet. In dem linken Video wird bei dem selben Verhalten eine positive Strafe eingesetzt, in diesem Fall ein Stromstoß.

Du musst nicht gleich aus der Haut fahren wegen dem Stromhalsband! Ist Dududududu und in Deutschland verboten - wissen wir. 
ABER genau dieses Verhalten wird täglich bei zig Tausend Hunden erzeugt weil ihre Besitzer lieber ein Verbot einsetzen anstatt das erwünschte Verhalten zu fördern.

Auch wir sehen jede Woche im Training, dass Hunde gelangweilt neben ihren Besitzer her laufen und wenn sie dann etwas interessantes finden, pflaumt der Besitzer los und ist verärgert. 
Wenn diese Leute dann beim falschen Hundetrainer landen, werden noch weitere Verstärker eingesetzt um die Wirksamkeit des "Nein" noch stärker auszuarbeiten. 
Erst wird zum Halti gegriffen, dann noch die Discs oder Wasserflasche eingesetzt um dann schlussendlich doch ein ferngesteuertes Sprühhalsband einzusetzen.

Es geht auch anders! Allerdings müssen wir uns dann auch in die Kommunikation zum Hund einbringen, am erwünschten Verhalten Interesse zeigen und kund tun, dass der Hund etwas gutes macht!

Oft wird im Training der Blickkontakt des Hundes zu seinem Besitzer falsch gedeutet. Wir hören immer wieder die Sätzen "Guck, jetzt bettelt er mich an weil er weiß, dass ich ein Stück Wurst in der Jacke habe." oder "Der bettelt die ganze Zeit, der soll wieder woanders hin gucken." Am liebsten möchte man da als Hundetrainer manchmal "aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhh Du wolltest doch, dass Dein Hund Dir mehr Aufmerksamkeit schenkt und Dich nicht mehr durch die Gegend zerrt" schreien.

Nur weil ein Hund seinen Besitzer anschaut und dazu auch noch mit einem albernen Ausdruck im Gesicht, ist das nicht gleichbedeutend mit Futterbetteln oder Eindringen in die Privatsphäre. Genau dieses Verhalten wollen wir! Denn da wo die Augen hin schauen, sind auch die Gedanken des Hundes.

Das Ziel ist, dass Dein Hund so wie im rechten Video läuft... freudig, bereit auf jedes Deine Kommandos zu reagieren, auf Dich fokussiert und folgt jede Deiner Bewegungen!

 

Übrigens beginnt am 6. Januar ein Grundkurs für erwachsene Hunde und Junghunde ab 8 Monaten, die noch gar nicht richtig an der Leine laufen können. In den insgesamt 12 Treffen üben wir neben der Leinenführigkeit auch die Futterverweigerung und das sichere Sitzenbleiben. Weitere Infos findest Du auf http://bit.ly/2zbQvbD


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Dienstag, 2. Januar 2018 - 14:54 Uhr

Was willst Du 2018?

Mit uns Menschen ist es echt verzwickt.

"Endlich" ist das alte Jahr beendet, schon macht man sich Gedanken über das gerade begonnene.

Doch was genau erwarte ich?
Womit bin ich nicht zufrieden?
Was wünsche ich mir aus tiefstem Herzen?

Wenn Du weißt, was Du nicht willst, kannst Du auch herausfinden was Du stattdessen haben möchtest. Daraus kannst Du Dir Deine Zukunft und die Ziele für dieses Jahr ableiten.

Hol Dir hier Deine Liste für die guten Vorsätze: https://www.hundezentrum-nguyen.de/gute-vorsaetze/

 

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Hundezentrum Nguyen ♦ Bianca Nguyen-Ott ♦ Hirschbachweg 53 ♦ 64846 Groß-Zimmern

Tel.: 0176-47338772 ♦ Email: info (at) hundezentrum-nguyen.de